Streumen ist ein guter Ort, aber der Aufenthaltsort des Glücks liegt von hier aus gesehen immer im Süden. Streumen ist eng. In Streumen ist es wie überall. Streumen ist ein beweglicher Ort. Streumen ist eine unsichere Tätigkeit seiner Bewohner. Unsicher ist auch die Anzahl der Streumenden. Es handelt sich um uns. Wir streumen vor lauter Sehnsucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2008
Sehr eingenommen ist Kurt Drawert von diesem Gedichten Ulrike Almut Sandigs. Die Autorin ist für ihn eine echte Entdeckung, die 2005 zurecht den Meraner Lyrikpreis erhielt. Ihre mit komplexen Motivschichten arbeitenden Gedichte, die um Themen wie Liebe, Heimat, Glück kreise, leben seines Erachtens aus ihren Spannungsverhältnis von Realität und Imagination. Mit einem Wort Becketts über Proust beschreibt er sie auch als Texte "ohne Gedächtnis", die von "Erinnerungen an Bilder, Gerüche, Gefühle" getragen werden, "auf der Suche nach einer zu erzählenden Geschichte". Auch wenn sie ihm bisweilen rätselhaft und verschlossen scheinen, findet er sie nie dunkel. In jedem Fall aber geht von diesem Band für Drawert eine Verführung aus.
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