Urs Faes

Halt auf Verlangen

Ein Fahrtenbuch
Cover: Halt auf Verlangen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518425831
Gebunden, 199 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Unmittelbar nach der Diagnose findet er keine Worte. Erst später, bei der täglichen Fahrt quer durch die Stadt, versucht er, die Dinge zu benennen, aufzuschreiben, was ihm geschieht: die Unterwelt der Onkologie, die Müdigkeit nach der Bestrahlung, die Erinnerung an Kindheit und Herkunft, an Straßenbahnfahrten mit dem Vater und Kino mit der Jugendfreundin Mile, an Verlassenwerden in Paris und den Abschied von seiner Geliebten. Den möglichen Tod vor Augen, stellt er sich die Frage nach dem Gelebten und dem Versäumten, nach dem, was Antrieb war, was Begehren und was Liebe. Halt auf Verlangen ist Urs Faes' bislang intimstes Buch, gewachsen aus der autobiografischen Erfahrung der Krankheit, geschrieben, um sich festzuhalten am Stift, an Worten, Bildern und der Erinnerung. Schreiben als Notwehr, gegen die eigene Hinfälligkeit - und darin ganz dem Leben zugewandt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2017

Was für ein Buch!, schwärmt Rezensentin Nicole Henneberg über den elften Prosaband des Schweizer Schriftstellers Urs Faes, der hier nicht nur die Geschichte seiner Krebserkrankung, sondern auch eine sein Gesamtwerk verbindende "Modellgeschichte" erzählt. Der Autor erscheint Henneberg wie ein "staunender, stolpernder Orpheus", der die Figuren seiner Kindheit und Jugend aus der Erinnerung hervorholt und weiterentwickelt und zugleich ebenso exakt wie vorsichtig tastend vom Alltag auf der onkologischen Station berichtet. Wie Faes von der Krankheit, der Angst und der Hoffnung ungeschönt und doch leicht und mit "trockenem Humor" erzählt, hat die Kritikerin beeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2017

Thomas Ribi ist gerührt von dieser Erzählung von Urs Faes. Der Autor, der darin die eigene Krebserkrankung und -therapie verarbeitet, sich seiner selbst vergewissert, während ihn die Krankheit zum Objekt degradiert, liefert damit laut Ribi mehr als eine Krankengeschichte, nämlich den locker assoziierenden, bescheidenen und doch eindringlichen Versuch, Bilanz zu ziehen. Dass der Text dennoch exemplarisch wirkt, verdankt sich laut Ribi der Kunst des Autors, der hier durch sein Werk sich ziehenden Motive miteinwebt, Kindheits- und Jugenderinnerungen und Familiengeschichte, erotisches Erwachen und Beziehungen und die Wirklichkeit des Alltags. So setzt sich ein Ich zusammen im Erinnern und Festhalten des Erlebten, schreibt der Rezensent.
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