Ohne Erinnerung an die letzten zwei Tage streift die Studentin Nika durch Siena. Sie vermisst ihr Handy, ihre Schlüssel und ihren Pass. Mitbewohnerin Jennifer ist ebenfalls verschwunden. Dafür steckt in Nikas Hosentasche ein Zettel mit mysteriösen Botschaften und Anweisungen. "Das Blut ist nicht deines. Du weißt, wo das Wasser am dunkelsten ist. Halte dich fern von Adler und Einhorn..." Welchen Sinn soll das ergeben? Und was, zum Teufel, ist geschehen zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen? Ursula Poznanski schickt ihre Heldin durch die engen Gassen und die unterirdischen Labyrinthe Sienas, die ebenso im Dunkel liegen wie Nikas Erinnerungen an die letzten zwei Tage. Ein unlösbar scheinendes Rätsel, ein monströser Verrat und die geheimnisvollen Symbole des mittelalterlichen Siena bilden das Gerüst dieses Psychothrillers.
Dass psychisch labile junge Frauen nun auch ihren Platz in Jugendbüchern finden, hält Rezensentin Sarah Schaschek für eine Errungenschaft der Emanzipation. Gebannt hat sie Ursula Poznanskis neuen Thriller gelesen, der ihr die Geschichte von Nika erzählt, die nach einer durchfeierten Nacht und dem Tod ihrer Mitbewohnerin Jenny unter Mordverdacht gerät. Wie die Autorin die seelischen Abgründe vor allem Jennys entfaltet, dabei zwei äußerst ambivalente Figuren zeichnet und vom Verrat unter Freundinnen erzählt, hat der Kritikerin gefallen. Allerdings hätte sie sich größeres Interesse seitens der Autorin für die psychischen Erkrankungen ihrer Heldinnen gewünscht.
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