Kunstleporello mit 17 Tafeln im Schuber. Die Bilder von Felicitas und Norbert Herold des Palio in Siena versuchen gar nicht erst, das Ganze erzählen oder wiedergeben zu wollen. Sie verfremden mehr, als dass sie dokumentieren. Aber gerade dadurch werden sie eins mit dem großen unfassbaren Faszinosum dieser einzigartigen gotischen Stadt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2019
Rezensent Bernd Graff scheint nicht enttäuscht darüber zu sein, dass die Bildtafeln der Fotografen Felicitas und Norbert Herold gar nicht den Pferden, Jockeys und Kostümen des Palio zu Siena gewidmet sind, sondern der Zeit und ihren Spuren. Die von den Herolds angewandte Technik, bei der der Diafilm mit den Ereignissen des Palio-Rennens einem extrem langen Belichtungsprozess ausgesetzt wird, sodass Licht, Luft und Klima auf die Bilder wirken und mitunter nur Farbfelder übrigbleiben, gefällt dem Rezensenten. Eine Metamorphose, die auf den Rezensenten wirkt, als habe er nur die Bruchstücke eines verlorenen Ganzen vor sich. Der aufwendige Druck konterkariert dieses Verfahren, so Graff.
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