Das Atmen fällt schwer, Schweißperlen bilden sich auf der Haut, die Brust schnürt sich zusammen … Jakob hat eine Panikattacke. Es ist nicht das erste Mal, dass die Angst die Oberhand über seinen Körper gewinnt. Ständig bekommt er von überall das Gefühl, nicht normal zu sein. Zu viel zu sein. Bis er auf Lotti trifft, die ihn dazu überredet, sie auf eine Wanderung zu begleiten. Die beiden nähern sich an, lernen voneinander und von sich selbst. Erst als sie am Ziel ankommen, versteht Jakob, welchen Plan Lotti von Anfang an verfolgt hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.01.2022
Rezensent Holger Moos lernt in Annette Mierswas "Liebe sich, wer kann" das beinahe unkontrollierbare Innenleben eines jugendlichen Außenseiters kennen. Jakob, der viele psychische Probleme, aber wenig Selbstwert mit sich rumschleppt und dessen Leben sowohl in schulischer als auch familiärer Hinsicht von Instabilität geprägt ist, erzählt in der Ich-Perspektive davon, wie er völlig unerwartet von der schönen Schulsprecherin Lotti dazu aufgefordert wird, sie bei einer mehrtägigen Wanderung zu begleiten, beschreibt Moos. Auf ihrer Reise treffen die beiden ungleichen Jugendlichen nicht nur viele komische Gestalten, sie entwickeln sich auch gemeinsam weiter und beginnen sich selbst und ihre vorwiegend psychischen Makel zu akzeptieren. Der Rezensent hätte sich durchaus darüber gefreut, weitaus mehr über die Gefühle und Gedanken der weiblichen Protagonistin zu erfahren, resümiert er.
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