Durch Liebe, nicht durch Furcht und Gehorsamszwang sollte der König regieren. So bestimmte es die (früh)moderne Staatstheorie. Schon Friedrich II. von Preußen (1712-1786) wusste, dass es nicht ausreicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Auch ihre Herzen wollen erobert werden. Doch die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich der Große weder mild noch sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert das Herrschaftsverständnis Friedrichs ebenso wie dessen gefühlspolitische Praktiken. Sie zeigt, mit welchen Mitteln der aufgeklärt-absolutistische König die Zustimmung und Zuneigung derjenigen suchte, die seiner Herrschaft unterworfen waren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.02.2012
Stephan Speicher lässt sich sich von Ute Frevert Gefühlvolles vom Alten Fritz erzählen - und bleibt dabei ganz nüchtern. Denn in ihrem Buch "Gefühlspolitik" erfährt der Rezensent zwar einiges über Wirken und Wirkung Friedrichs II. und in allerhand Anekdoten auch, wie der König sich seinen Spitznamen verdient hat: mit "väterlicher Sorge" und ein wenig Aufklärertum. Ob die Geschichten aber alle stimmen, fragt sich der Rezensent dann doch, und wie viel Propaganda hinter ihnen steckte. Ein wenig Skepsis bringt er dem positiven Bild entgegen, das die Autorin zeichnet und stellt sich Fragen, die bei ihr fehlen: "Lag's an der Wurstigkeit der Berliner", dass sie nicht um den Alten Fritz trauerten? Leider wird nicht immer so klar wie hier, wann der Rezensent das Buch beschreibt und wann er eigenen Denkpfaden folgt.
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