Die Frage nach der Einheit der Kirche in der Vielzahl der Traditionen, Bekenntnisse und Lebenszeugnisse ist aktueller denn je. Walter Nigg (1903-1988) wagte den Blick auf die großen Heiligen und Mystiker der ungeteilten Christenheit in Ost und West. Er zeigte Spuren dieser Vorbilder in Dichtung, Kunst und Musik. So wurde er zum Begründer einer kulturgeschichtlich orientierten Hagiografie. Walter Niggs Werk ist ein Panorama des europäischen Geistes und eine spirituelle Kulturgeschichte des Abendlandes. Glauben, Denken und Leben bildeten für Nigg eine Einheit. Aus der Tiefe seiner Selbstbegegnungen entstanden jene Heiligenbilder, von denen viele zu Klassikern geworden sind. In ihnen entwarf Nigg eine Ökumene der glaubenden Herzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2017
Rezensent Bernhard Lang schätzt die Bücher des Schweizer Kirchenhistorikers und reformierten Pfarrers Walter Nigg, die von Mönchen, prophetischen Denkern oder Mystikern handeln. Umso mehr freut sich der Kritiker über Uwe Wolffs umfassende wissenschaftliche Nigg-Biografie, die ihm ein "sympathisches" Bild des Autors zeichnet. Lang erfährt hier nicht nur, wie intensiv die deutsche Journalistin und Lyrikerin Margarete Susman Niggs literarisches Schaffen beeinflusste, sondern er liest auch, wie isoliert der Theologe sowohl in seiner Fakultät als auch im Umgang mit Zeitgenossen wie Rudolf Bultmann oder Karl Barth blieb. Nicht zuletzt folgt der Rezensent mit großem Interesse Niggs kirchenhistorischem Programm: Hier kann die heutige Theologie einiges lernen, meint er.
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