Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2004
Eben noch finsteres Alter des Untergangs, jetzt plötzlich die Arena, in der unsere europäische Gegenwart erstmals das Licht erblickte - das Mittelalter wird neuerdings von den Historikern mit Macht umgedeutet, erklärt Christian Jostmann. Dieses Buch sei ein Beispiel: Die Geschichte der barbarischen Reiche wird als Zeit des Umbruches gedeutet, als Periode der Migrations- und Integrationsprozesse, die dank kluger, weltoffener Herrscher wie Theoderich erfolgreich verliefen und - voila: Europa! Im Jahre 375, argumentiert die Autorin, habe es erstmals ein "europäisches Wirgefühl" gegeben. Hört sich gut an - allein, dem Rezensenten fehlt der rechte Glaube: "Ob Europa vor 1500 Jahren wirklich der handwarme Schmelztiegel war, als den Verena Postel ihn hier darstellt? Ja, ob es Europa damals überhaupt schon gab?" Er glaubt vielmehr, dass hier die Vergangenheit allzu wohlfeil in die Begriffe der Gegenwart eingepasst wird. Und es war doch dunkel!
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…