Flickwerk betreibt, wer Notlösungen für reale Probleme findet. Doch wie soll sich der anders verhalten, dem seine Existenzgrundlage genommen ist, der gar nicht oder "kurz" arbeitet? Wie sind ernst gemeinte Vorschläge eines Politikers zu verstehen, den "Tüchtigen und Tätigen" ein doppeltes Stimmrecht zu geben? Volker Braun, der die große Misere in den tagtäglichen Entscheidungen zwischen Erfurt, Kaiserslautern und Venezuela entziffert, teilt uns in "Flickwerk" 64 Episoden aus der katastrophischen Gegenwart mit, bei denen nicht zu entscheiden ist, ob man über unsere Situation weinen oder lachen soll.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2009
Ganz wohl fühlt sich Oliver Jungen nicht beim Lesen von Volker Brauns kontrafaktischer Satire auf die Welt der "Erwerbslosen-Meute". Obgleich er den Autor als Profi-Erkunder entsolidarisierender Bewegungen und literarischen Schocktherapeuten kennt, erscheint ihm der Generalverdacht der Narretei in den gut 60 versammelten Texten dann doch ein bisschen zu sehr barock beziehungsweise allzu lau kalauernd vorgetragen. Und: Auslachen gilt nicht, findet Jungen. Den abschätzigen Ton dieser Glossen schätzt er gar nicht.
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