Volker Reinhardt

Blutiger Karneval

Der Sacco di Roma 1527 - eine politische Katastrophe
Cover: Blutiger Karneval
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008
ISBN 9783534217496
Gebunden, 144 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Rom befindet sich auf dem Gipfel der Hochrenaissance, als am 6. Mai 1527 ein Heer des allerkatholischsten Kaiser Karls V. die Mauern der Ewigen Stadt erstürmt und in der Folgezeit ein regelrechtes Terrorregiment am Tiber errichtet - sacco di roma. Vorangegangen war eine Diplomatie der Illusionen und der Selbstüberschätzung Papst Clemens VII., der nach der Einnahme Roms monatelang in der Engelsburg als Gefangener in seiner eigenen Hauptstadt ausharren muss. Eine besondere Zuspitzung erfährt das ohnehin schon grausame Geschehen dadurch, dass ein großer Teil der kaiserlichen Söldner lutherisch gesinnte Landsknechte sind, die glauben, den Antichrist in Person zu bekämpfen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

Helden kann der Historiker Volker Reinhardt in seiner Darstellung des Sacco di Roma (Plünderung Roms) im Jahr 1527 keine erkennen, Schurken dagegen viele. Der schlimmste von allen war wohl der Medici-Papst Clemens VII., der an geistlichen Dingen wenig, an pekuniären umso stärkeres Interesse zeigte. Die "Menge an Unfähigkeit", die zusätzlich nötig war, um die Katastrophe Roms möglich zu machen, schildert Reinhardt zur Freude des Rezensenten Dirk Schümer mit größtmöglicher Gelassenheit und ohne jede Beschönigung. Neben den Mächtigen kommt überdies auch das normale Volk in den Blick, wobei die Quellenlage in diesem Fall deutlich schlechter als bei den blutigen Haupt- und Staatsaktionen ist. Es bleibt am Ende für das Buch nichts als Lob: "Ungemein souverän" findet der Rezensent Reinhardts Schilderungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.08.2009

Hans-Albrecht Koch weiß Volker Reinhardts Buch über die Plünderung Roms im Jahr 1527, bekannt als Sacco di Roma, zu schätzen. Er attestiert dem Historiker, diese dem heutigen Geschichtsbewusstsein ferne Episode nicht nur in den Kontext der politischen Bewegungen der frühen Neuzeit einzuordnen, sondern sie zugleich als ein "Lehrstück über die Irrationalität historischer Abläufe" zu inszenieren. Dabei werden laut Koch sowohl die Geschichte dieses Ereignisses als auch seine Interpretation durch Zeitgenossen und nachfolgende Historiker berücksichtigt. Er lobt die Anschaulichkeit der Darstellung, den Scharfsinn der Interpretation sowie den Mut des Autors "zum wertenden historischen Vergleich, den die Geschichtsschreibung nahezu verloren hat".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2009

Christian Jostmann schätzt Volker Reinhardt als überaus produktiven Kenner Roms, weshalb es für ihn keine Überraschung ist, dass sich der Schweizer Historiker nun in seinem jüngsten Buch des Sacco di Roma annimmt. Den Italienern ist die Plünderung Roms von 1527 durch ein Söldnerheer Kaiser Karl V. bis heute ins Gedächtnis eingegraben, betont der Rezensent. Der Autor beschreibt die historische Entwicklung bis zu diesem Kulminationspunkt, analysiert die zwiespältige Politik des Papstes Clemens VII. und referiert auch die Rezeption dieses Ereignisses, stellt Jostmann fest. Als kenntnisreich und "munter dargeboten" lobt der Rezensent die Darstellung, wenn er auch mitunter über die saloppe Sprache etwas ins Staunen gerät. Es ist eine "gute Geschichte", die der Autor "gut erzählt", so Jostmann anerkennend.

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