Aus dem Italienischen von Ingeborg Walter. Durch die Kunst wollten die Päpste der Renaissance ihre politischen Ansprüche der Welt verkünden. Diese Ambitionen gipfelten in den Papstporträts, die wir heute als Meisterwerke bewundern. Roberto Zapperi deckt die verborgenen Motive hinter diesen Bildnissen auf. Zugleich entlarvt er die Künstler, die diese Motive häufig unterliefen und in ihren Bildern die dunklen Seiten der Macht zum Vorschein brachten. Mit dem Wechselspiel zwischen den Päpsten und ihren Malern entfaltet Roberto Zapperi ein Bild von den Wirren und Intrigen jener Zeit, in die auch die mächtigsten weltlichen Herrscher bis hin zu Kaiser Karl V. verwickelt waren.
Die gefälligen Absichten der Papstmaler des 15. und 16. Jahrhunderts, Raffael, Tizian usw., machen Hans Joachim Müller zwar die Kunst nicht madig, staunen muss er aber schon darüber, was der römische Historiker Roberto Zapperi in seiner Enthüllungskunstgeschichte über die dynastischen Bestrebungen der Päpste und großen Papstfamilien und deren Auswirkungen auf die Künstler und ihre Kunst ans Licht holt. Ernüchternd für den Rezensenten, etwas langatmig auch mitunter. Am Ende aber doch aufregend genug, wenn die Intrigen durch die Indizienprozesse des Autors zutage treten und, so fasst der Rezensent seine Lektüreeindrücke zusammen, der Mythos des unabhängigen Malergenies und Künstler-Helden ins ich zusammenfällt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2014
Nach dieser Lektüre sieht Werner Busch die Papstbildnisse anders als zuvor. Der Kulturwissenschaftler Roberto Zapperi mit seinem Interesse für die Farnese und ihre Kunstpolitik hat ihm die Augen geöffnet. Seine umfangreiche Forschung zusammenfassend erzählt der Autor in seinem Buch von Ränken um die päpstliche Nachfolge, von Bauernopfern und Nepotenpolitik und wie dynastische Streitereien und Morde die Geschichte der Farnese prägen. Und hier kommen die Maler, namentlich Tizian als Papstmaler, ins Spiel, erklärt Busch, Tizian, verwickelt in die Eitelkeiten und Eifersüchteleien der Päpste und Papstverwandtschaft. Wie der Autor diese Konstellation detailreich entwickelt und die päpstlichen Eingriffe in den Malprozess basierend auf seinen Recherchen schildert, findet Busch stark.
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