Leon Battista Alberti

Das Standbild. Die Malkunst. Grundlagen der Malerei

De Statua. De Pictura. Elementa Picturae
Cover: Das Standbild. Die Malkunst. Grundlagen der Malerei
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000
ISBN 9783534123551
Gebunden, 493 Seiten, 85,90 EUR

Klappentext

Lateinisch-Deutsch. Mit 41 Abbildungen. Herausgegeben, eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Oskar Bätschmann und Christoph Schäublin unter Mitarbeit von Kristine Patz. Albertis Schriften zur Malkunst und zum Standbild gewähren einen tiefen Einblick in die Kunsttheorie und die künstlerische Methodik der Renaissance. Die ausführliche Einleitung und die Kommentare dienen dem Textverständnis und erschließen die Entstehungsgeschichte, die Rezeption der Schriften sowie den Stand der Forschung. Die deutsche Übersetzung ermöglicht auch dem Laien, die Texte mit Gewinn zu lesen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2001

Noch nie, aber wirklich noch niemals, preist Emil Maurer in einer ausführlichen Kritik diesen Band, sei Albertis Kunstlehre derart scharfsinnig und knapp dargestellt worden wie hier. In der Einleitung nämlich von Batschmann, und die ist viel mehr als bloß Einleitung, ist punktgenaue, forschungsbewusste "Analyse aller kritischen Probleme", durch die sich alle weiteren Fragen "präzise auftun". Kommt eine souveräne Übersetzung der drei vereinten Texte sowie ein benutzerfreundlicher fetter Anhang (mit Zeittafel, Bibliografien und Registern) hinzu, ist das "Modell einer Traktate-Edition" für den Rezensenten komplett. Und Alberti, dieser Florentiner Kunstgelehrte, der "das Denken und das Reden über Malerei als Kunst erst möglich gemacht hat", wird endlich auch auf Deutsch in seiner vollen Größe zugänglich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.05.2001

Die vorliegende Neuausgabe - erstmalig als zusammenhängende Edition der drei kleinen kunsttheoretischen Schriften -, schreibt Rezensentin Margaretha Huber einigermaßen erfreut, folgt dem vermeintlichen Publikationsplan des Künstlers. Mit ihrem textkritischen Anhang und der ausführlichen Einleitung, die, wie Huber erklärt, nicht nur über die verschiedenen Versionen, über Datierungsprobleme und, anhand von Abbildungen, über Albertis zeichentechnische Erfindungen informiere, sondern zugleich eine Art Kunsttheorie der Frührenaissance darstelle, wird die Ausgabe das Ziel aller pädagogischen Ambitionen Albertis erkennen lassen: Der Künstler, so Huber, folgt er den genauen Anweisungen Albertis, wird zum Schöpfer vollkommener Schönheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2001

Andreas Beyer freut sich sehr, dass diese drei Schriften Albertis jetzt erstmals - ganz im Sinne ihres Verfassers - zusammen veröffentlicht werden. Während Jacob Burckhardt in Alberti den "uomo universali" der Renaissance sah, stellt Beyer ihn sich eher als "uomo vario" vor - ein Mann mit "widersprüchlichem Charakter", der ohne die geringsten Schwierigkeiten "Wissenschaft, Anschauung, künstlerische Erfindungsgabe und Sprache" miteinander zu verbinden wusste. Nur auf einer Trennung scheint Alberti, folgt man der Besprechung, bestanden zu haben: auf der zwischen Kopf und Hand. So erläutere er in seinen kunsttheoretischen Schriften, die Beyer "Machbarkeitsstudien" nennt, ausführlich die "perspektivische Konstruktion" eines Gemäldes. Die maßgerechte Ausführung könne dann von der Werkstatt übernommen werden. Nach Alberti ist vor allem die euklidische Geometrie "Voraussetzung der Malkunst", erläutert Beyer. So habe der Theoretiker, selbst der "erste Schreibtisch-Architekt" der Neuzeit, den "realen Raum in ein mathematisches Konstrukt übersetzt" und damit den "künstlerischen Prozess verwissenschaftlicht". Die Bedeutung Albertis sieht Beyer denn auch vor allem darin, dass er der Kunst eine "rationale Grundlage" verliehen hat. Ein Lob geht auch Christoph Schäublin, der diese Texte "meisterhaft" übersetzt habe.
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