figuren kommen / durch waende / und sagen / es war nur / ein traum. - In Waltraud Seidlhofers neuen Gedichten ist "Wirklichkeit" der Erkundung unseres Vorstellungsraums geschuldet. Es bleiben: Erinnerungsreste, Requisiten, Scherben und "Wiedererinnerungen" - "Remanbrance", so der Titel einer Zwischenüberschrift. Ihre poetische Methode zeigt sich darin, mittels Schnitten Bruckstücke und "filigranes gewebe" aus den Resten von Realität zu gewinnen: fundstück / für später / vielleicht. Mit den Mitteln der Reduktion und der ganz eigenen "scherenschnittschrift" gelingt es ihr, den Begriff des Kaleidoskops in seinem ursprünglichen Sinn poetisch manifest zu machen: schöne Formen sehen!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.06.2025
Rezensent Björn Hayer freut sich, dass die Linzer Lyrikerin Waltraud Seidlhofer mit ihren Gedichten plastische Utopien in einem Zeitalter der Katastrophen schreibt. Das Fragment ist die Basis ihrer Verse, erfahren wir, was sich auch typografisch mit teilweise bloß einem Wort pro Zeile niederschlägt. Daraus entstehen aber Strukturen, die Hayer an "innere Landkarten" erinnern, in denen Grenzen mehr Einladungen ins Neue sind als Beschränkungen. Dadurch können sich "geschichten buendeln/wie straeusse" und "helle muster/aus klang" entwickeln, von denen der überzeugte Kritiker leidenschaftlich gerne liest.
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