Aus dem Englischen von Peter Waterhouse. Mit Zeichnungen von Gotthard Bonell. In dreizehn Gedichten zeichnet Hamburger die Lebendigkeit, Zähigkeit und Überlebenskraft verschiedener Baumarten. Die Bäume stehen vereinzelt in der Wahrnehmung. Während der Lyriker über die Pappel, die Weide, die Buche, die Birke, die Eibe, die Ulme, den Feigenbaum, die Eiche schreibt, spürt er stets dem Wesen, dem Belebten nach und begreift die Bäume als Symbole lebendiger Anwesenheit - weit über ihr zeitliches Ausmaß hinaus. Der Band schließt mit dem Gedicht über den Sturm von 1987, den Hamburger als Massaker an mehreren hunderttausend Bäumen empfindet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.05.2010
Mindestens so berühmt wie Michael Hamburgers Gedichte war sein legendärer Garten. Nicht verwunderlich also, dass es nun postum einen ganzen Band mit Baumlyrik gibt. Verwandt seien sie, so der Rezensent Nico Bleutge, den Dinggedichten eines Francis Ponge; ähnlich wie in diesen zum Beispiel ein Kieselstein wird hier das Ding, das ein Baum ist, in "ein Gefüge aus Klang, Rhythmus und Gedanken" verwandelt. Alle genannten Elemente seien dabei in gleicher Weise im Spiel, was die Übersetzung zu keiner ganz einfachen Aufgabe macht. Umso entschiedener zieht Bleutge vor Peter Waterhouse den Hut, dem die Übertragung ins Deutsche vorzüglich gelungen sei.
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