Die Privatisierung von Medien, Post, Bahn, Rathäusern, Schulen, Müllentsorgung, Strom, Wasser, Abwasser und der Sozialsysteme erweist sich als neue Quelle der öffentlichen Verschuldung, der Arbeitslosigkeit, der Teuerung. Die Privatisierung der DDR gab den Schub für die Privatisierung im Westen, die Akteure sind dieselben. Rügemer zeigt Privatisierung als Element der "neoliberalen Gegenreform" und der Umgründung des Staates. Die Konsequenz: Die öffentliche Daseinsvorsorge muss als Teil einer kooperativen Ökonomie neu entwickelt werden.
Höchst instruktiv findet Dirk Eckert diese kritische Bestandsaufnahme der Privatisierung in Deutschland seit der Wiedervereinigung, die Werner Rügemer vorgelegt hat. Die Bilanz, die er zieht, spricht nach Ansicht Eckerts nicht gerade für die Privatisierungen: so weist der Autor anhand zahlloser Beispiele nach, dass sich durch die Privatisierungen staatlicher Betriebe weder die Leistungen verbessert haben noch die Preise gesunken sind. Zudem führe Rügemer die Verschleuderung öffentlichen Eigentums durch die Treuhand eindringlich vor Augen. Dabei fühlt sich Eckert von der Fülle der angeführten Fälle und Zahlen regelrecht erschlagen. Hier hätte er sich ein wenig "mehr Einordnung" und "etwas weniger Zahlen" gewünscht. Ansonsten kann er die Lektüre des Bandes nur empfehlen.
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