Entgegen einer weitverbreiteten Wahrnehmung ist der Neoliberalismus weder eine aktuelle Erscheinung noch eine US-amerikanische Erfindung. Die Entstehung eines "neuen" Liberalismus seit der Weltwirtschaftskrise 1929/32 ist ein internationales Phänomen, das maßgeblich in Deutschland geprägt wurde. Im Zentrum des Buches stehen deshalb die Auseinandersetzung mit der theoretischen und organisatorischen Entwicklung des deutschen Neoliberalismus, der seit den 1950er Jahren unter dem Begriff Ordoliberalismus firmiert und seine Einwirkung auf die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik durch die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2006
Auch wenn Rezensent Detmar Doering eingestandenermaßen die "politischen Prämissen" von Ralf Ptaks kritischer Untersuchung über die Entwicklung des Neoliberalismus in Deutschland nicht teilt, zieht er doch den Hut vor der "erheblichen Akribie" und dem sachlichen Ton des Autors. Er lobt, dass der Autor den historischen Kontext beleuchtet, in dem die Vordenker des Liberalismus in Deutschland wie Alexander Rüstow, Wilhelm Ropke und Walter Eucken stehen, obschon er glaubt, dass die Bedeutung Ludwig Erhards unterschätzt wird. Anderen Thesen vermag er dagegen sehr wohl zustimmen, etwa dass sich manche Akteure in einen übertriebenen "Sozialromantizismus" hineingesteigert hatten. Ptaks Arbeit rege "zum Überdenken von Positionen" an, resümiert Doering.
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