Lange Zeit galt der Mensch als egoistisches Einzelwesen. Ein falsches Verständnis der Evolutionstheorie und jüngere Theorien wie die vom "egoistischen Gen" stützten diese Auffassung. Doch die neueste Forschung aus vielen Bereichen der Wissenschaft zeichnet ein anderes Bild. In der Entstehung des Menschen war das Leben in der Gruppe das entscheidende Element. Der Mensch wurde klug, weil er lernen musste, sich in seiner Umwelt, nämlich der anderer Menschen, zurechtzufinden. Werner Siefer stellt zum ersten Mal alle aktuellen Theorien zusammen, die zeigen, dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen voller Mitgefühl für andere ist. Er verknüpft biologische, neurowissenschaftliche, psychologische, soziologische und philosophische Erkenntnisse zu einem neuen großen Bild vom Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2011
Der Überbetonung des Konflikts als wichtigster Komponente menschlicher Beziehungen und Entwicklung, die schon länger in der Philosophie bemängelt wird, sieht Michael Pawlik jetzt gleich in zwei Publikationen entgegengewirkt. Nach Werner Siefers ist der Altruismus ein Grundzug des Menschen. In dem die durch die grundsätzliche Freundlichkeit stetig wachsenden menschlichen Verbände wurde laut Autor nicht nur die biologische, sondern vor allem die kulturelle Entwicklung beschleunigt, fasst der Rezensent zusammen. Siefers hält für die Zukunft eine "globale Solidarität" für unverzichtbar, aber auch für möglich, einen Optimismus, den Pawlik nicht so ganz zu teilen scheint.
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