Was verstehen wir unter Sozialität? Welchen Beitrag leisten Verhaltensforschung, Philosophie und Theologie? Dieses Buch analysiert neuere Experimente zur sozialen Interaktion, philosophische Konzepte der zwischenmenschlichen Differenz und ein theologisches Verständnis der christlichen Nächstenliebe. Es zeigt auf, dass ein Rekurs auf die Sozialität des Menschen gegenüber Phänomenen sozialer Unmenschlichkeit nicht gleichgültig sein darf: Von der gewaltsamen Vernichtung bis zur Verantwortung für den anderen reicht der Spielraum des menschlichen Sozialverhaltens. Sozialität wird deshalb nicht als Fundament von Moral und politischer Ordnung, sondern als ein Phänomen in zweifacher Gestalt behandelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2011
Michael Pawlik hält Rebekka Kleins theologische Sozialphilosophie für bedenklich, wenngleich durchaus auch für bedenkenswert. Klein suche nach einer Lösung für ein Problem, das der Hobbes'schen Lehre vom Gesellschaftsvertrag immanent sei, informiert der Rezensent. Indem Klein den menschlichen "Naturzustand", von dem Hobbes und seine Anhänger ausgehen, als einen Zustand auffasst, der historisch geworden und damit real nicht mehr auffindbar ist, bedürfe die Vertragstheorie einer neuen Begründung. Klein schlägt an dieser Stelle die Einbeziehung Gottes als einziger Instanz vor, die jedweder Historisierung trotzt, schreibt Pawlik. Die Formen menschlichen Zusammenlebens und folglich auch die Formen politischer Herrschaft ließen sich demnach erst abgeleitet aus dem menschlichen Verhältnis zu Gott erklären. Eine "radikale Entsäkularisierung der gängigen Begründungsmuster der praktischen Philosophie" erblickt der Rezensent in diesem Ansatz, den er - bei aller Nächstenliebe - auch deshalb nicht befürworten, da er sich seiner Meinung nach jeder "politischen Domestizierbarkeit" entzieht.
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