Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer. In der Wüste fühlte er sich zu Hause, dort, wo der Wind jede Spur verwischt. In den 1940er Jahren durchquerte Wilfred Thesiger das legendäre "Leere Viertel", die Große Arabische Sandwüste, und lebte mit den Beduinen als einer von ihnen. Er reiste in die entlegensten Winkel der Erde, die nie ein Weißer, manchmal gar kein Mensch betreten hatte. Das war das Leben, nach dem er sich von Kindheit an gesehnt hatte: ein Leben "voller Abenteuer bei ungezähmten Stämmen in unbekannten Ländern".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2005
Mit glänzenden Augen beschreibt Georg Sütterlin die Abenteuer des Reisenden und Schriftstellers Wilfred Thesiger, der nach einem schönen Epitaph von Colin Thubron "den Mannesmut hatte, seinen Knabentraum zu leben". Thesigers erstes Buch "Arabian Sands" hält Sütterlin für dessen "wohl schönstes" Werk, auf jeder Seite spüre man die "vibirerende Erregung", die den Autor erfasste, wenn er in abgelegenen Gebieten weilte. Die fünf Jahre, die Thesiger in Arabien verbrachte, werden in der vorliegenden Autobiografie, die sich vor allem mit Thesigers lebenslangen Verbundenheit zu Äthiopien befasst, allerdings nur "gestreift", wie der Rezensent mit Bedauern und einem Seitenhieb auf den in dieser Hinsicht "irreführenden" deutschen Titel bemerkt. Die "Unmittelbarkeit und Lebhaftigkeit" der früheren Bücher würden hier nicht mehr erreicht, die Erlebnisse eher in "würdiger Getragenheit" rekapituliert, was sich Sütterlin mit dem großen Zeitraum zwischen Erleben und Niederschrift erklärt. Aber auch hier findet er Lesenswertes. Zu den "eindrücklichsten Passagen" gehört für ihn die Beschreibung von Thesigers Fußreise durch Äthiopien in den Jahren 1959/60. Geschichtliche und kulturelle Hintergrundinformationen werden dabei so zurückhalten eingeflochten, dass sich die Lektüre "so unterhaltend wie lehrreich" gestaltet.
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