Aus dem Niederländischen von Barbara Heller. Schon als Kind fasziniert von den merkwürdigen Erzählungen ihres Onkels, eines Missionars in Belgisch Kongo, unternimmt Lieve Joris als junge Frau selbst ihre erste Reise nach Schwarzafrika - an Bord der "Fabiolaville", die bevölkert ist von Glücksuchern und Abenteurern wie sie selbst. Mutig und unvoreingenommen begibt sie sich bis in das von Joseph Conrad besungene "Herz der Finsternis", um dem Leben jener Menschen näherzukommen, die für "gestern" und "morgen" dasselbe Wort benutzen. Dem von Kolonialmacht und Diktatur gezeichneten Kongo stellt Lieve Joris einfühlsam die unvergleichlichen Schönheiten des Landes und seiner Menschen gegenüber.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2003
Zu Unrecht, befindet der mit "süt" zeichnende Rezensent, wird die "erfolgreiche Reiseschriftstellerin" Lieve Joris hierzulande nicht gelesen. Das beweise auch "Das schwarze Herz Afrikas". Der Band beschreibt eine Reise nach und in Zaire, deren Ausgangspunkt das "Dschungelkloster" in Matadi bildet. Hier , in einer "geschrumpften Gemeinschaft müder Patres" arbeitet Joris' Onkel als Missionar. Joris' Streifzüge durch das Land verweben sich mit "Exkursen und Reflexionen" und vermitteln, so der Rezensent, "ein lebhaftes, facettenreiches Bild des Landes zur Zeit des Diktators Mobutu". Die Autorin beweise ein "Auge für das Wesentliche", lobt "süt", ihre Beobachtungen seien "scharfsinnig", ihre Sprache "sachlich und prägnant". Was ihre Darstellungen besonders mache, sei gleichzeitig das, was sie "von ihren männlichen Kollegen" unterscheide, nämlich dass sie nicht versuche, den Eindruck zu erwecken, alles "im Griff" zu haben. Im Gegenteil, lobt der Rezensent, hier ist nichts von einer "Mythisierung" zu spüren, Joris bewege sich eher "zögerlich" im Unbekannten und lasse so den Leser "an ihrer Unsicherheit und ihren Zweifeln teilhaben".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…