Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.05.2005
Dieter Borchmeyer sympathisiert derart mit Wilhelm Blums Studie über "Höhlengleichnisse", dass er es schonmal prophylaktisch gegen potenzielle Leserkritik verteidigt: "Sehr viel wird dem Leser hier für wenig Geld auf gut hundertzwanzig Seiten geboten, und so sollte er nicht undankbar meckern, wenn er einiges aus der Wirkungsgeschichte des Gleichnisses vermisst." Was genau geboten wird, informiert der Rezensent, sind die griechischen und lateinischen Originaltexte der bekannten Variationen des Höhlengleichnisses aus Antike und Mittelalter nebst Übersetzungen, Kommentaren und einer Rezeptionsgeschichte des Motivs von Empedokles bis Dürrenmatt. Die didaktische Erfahrung des Gymnasiallehrers mache das Buch zu einer gut verdaulichen Abhandlung, die bei aller Präzision und Sorgfalt "nicht in Pedanterie und Besserwisserei" verfällt, wie der Rezensent vermerkt. Ankreiden könne man Blum allenfalls die "christliche Färbung" seines Werkes. Ansonsten hofft der hoch zufriedene Borchmeyer aber auf eine Fortsetzung, die sich der Aktualität des Höhlengleichnisses im Kontext des medialen Zeitalters annimmt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…