Will Hunt

Im Untergrund

Expeditionen ins Reich der Erde
Cover: Im Untergrund
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2021
ISBN 9783954381265
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Anke Caroline Burger. Als Will Hunt sechzehn Jahre alt war, entdeckte er unweit seines Elternhauses in Rhode Island einen verlassenen Tunnel. Zusammen mit Freunden unternahm er seine erste Exkursion unter die Erde und war sofort fasziniert von diesem dunklen, fremden Teil der Welt. Seitdem hält er sich bevorzugt im Untergrund auf. In diesem Band beschreibt Will Hunt seine Entdeckungsreisen in die geschichtsträchtigsten Löcher der Erde. Im australischen Outback steigt er mit Aborigines hinab in eine Ocker-Mine, die über 35.000 Jahre alt ist. In South Dakota sucht er mit Mikrobiologen der NASA kilometertief nach Spuren frühzeitlicher Lebensformen. Mit Urban Explorern verbringt er Tage und Nächte in den Pariser Katakomben, und in Belize begibt er sich auf die Spuren der Maya, die von Höhlen besessen waren ... Will Hunt öffnet den Blick für die verborgenen Dimensionen unseres Planeten und zeigt auf, wie unser Denken und unser Selbstverständnis immer schon von unterirdischen Welten geprägt wurden. Seine Reiseberichte handeln von der Anziehungskraft der Dunkelheit, von der Macht des Geheimnisvollen und unserem ewigen Streben, das zu verstehen, was unsichtbar ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.03.2021

Sehr angetan ist Rezensentin Sylvia Staude von den Erforschungen des Autors. Die Kritikerin folgt ihm gerne in die Welt unter der Erde, ob in Paris und New York, ob in Australien oder in den Pyrenäen. Sie mag die "Ernsthaftigkeit", mit der er Höhlen aller Art erkundet und seiner Leserschaft die kulturhistorische Bedeutung der "Unterwelt" - etwa bei den Griechen, aber auch australischen Aborigenes - nahe bringt, jene Räum, in denen der Mensch stärker auf sein Inneres verwiesen wird. Leider werden das Buch von Hunt wohl viele Leser:innen mit Robert Macfarlanes "Im Unterland" vergleichen, meint sie, und tut es selbst dann auch - nur um Macfarlane zum Sieger zu erklären. Seine Gedanken zu dem, was er da unten findet, scheinen der faszinierten Kritikerin bedeutsamer.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.03.2021

Gespannt folgt Rezensent Günther Wessel dem Journalisten und Untergrund-Liebhaber Will Hunt auf seiner Erkundungstour durch Höhlen und Tunnel in aller Welt. Besonders interessant findet Wessel dabei, dass der Autor in seiner wissenschaftlich geprägten Reportage auch immer wieder Bezüge zur Mythologie herstelle - so finde sich die wissenschaftliche Vermutung, dass Leben ursprünglich unterirdisch entstanden sei, in vielen mythologischen Erzählungen wieder, erfährt der Rezensent. Nur, ob er beim Abstieg unter die Erde dieselben Spiritualitäts- und Transzendenzmomente erfahren würde wie Hunt und dabei "Urgefühle im Untergrund" entdeckt, wagt der Kritiker zu bezweifeln. Packend findet er das Buch trotzdem.

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