Olympia ist eine Erfolgsgeschichte, die sich auch im Sommer 2012 in London mit den 30. Spielen der Neuzeit fortsetzen wird. Seit 776 v. Chr. wurden in Olympia die Spiele abgehalten, bis sie 393 n. Chr. verboten wurden. Aber warum wurden sie verboten? Weshalb rief man sie nach 1500 Jahren wieder ins Leben, und warum sprechen wir von Spielen und nicht von Sport? Wolfgang Behringer eröffnet in seiner Kulturgeschichte neue Einblicke in die Geschichte des Sports. Er zeigt uns den jungen Kaiser Karl V. als begeisterten Tennisspieler, Heinrich VIII. von England als Sportfanatiker und den Begründer der modernen Physik, Isaac Newton, als aktiven Boxer. Die Kultur der Renaissance brachte den Bau großer Sportanlagen, denn im Florenz der Medici zog der Calcio, der Fußball zigtausende Schaulustige an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2012
Nicht um den Nutzen des Sports geht es in diesem Buch, wie Michael Reinsch feststellt. Was sollte dieser auch sein? Dass der Historiker Wolfgang Behringer hier die erste Kulturgeschichte des Sports in deutscher Sprache vorlegt, scheint dem Rezensenten hingegen bemerkenswert. Auch wenn der Autor mitunter übertreibt, wie Reinsch findet. Newton als Kampfsportler, Karl V. ein Sportsfreund? Da trägt Behringer den Begriff dann doch ein bisschen weit hinein in die Geschichtsschreibung, findet Reinsch. An anderer Stelle nennt er es Sport avant la lettre, etwa im Gilgamesch, wo zwar gerungen werde, wie der Rezensent zu bedenken gibt, doch schon sportlich? Allerdings erkennt Reinsch dank Behringer auch das Verbindende dieses Treibens: die Leidenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2012
Ganz und gar nicht spaßig findet Detlev Claussen diese Kulturgeschichte des Sports, die, wie er kritisiert, eher vorgeformte Sichtweisen in den Sport projiziert, anstatt konkrete sportliche Praktiken zu analysieren und ihre gesellschaftliche Funktionsweise zu erörtern. Dass der Historiker Wolfgang Behringer zudem eine Einleitung vorlegt, die laut Claussen einen sportlichen Begriffsrelativismus und Methodenpluralismus betreibt, nimmt dem Rezensenten fast die Lust, mit dem Lesen überhaupt erst anzufangen. Die Lektüre jedoch bestätigt Claussens Befürchtungen: Streifend bewegt sich der Autor durch die Weltgeschichte und entdeckt von der Antike über die Neuzeit bis in die Moderne überall Sport. Dabei bleibt die Erklärung für Claussen oft rein äußerlich, unbefriedigend. Dass antike Athleten und mittelalterliche Ritter auch nichts anderes taten als die Freizeitsportler unserer Industriegesellschaften - der Rezensent sieht das etwas anders.
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