Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Sie wurde jedoch von islamischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.02.2015
Christian Schlüter fühlt sich erinnert an die Blamage, die Europa durch seine Flüchtlingspolitik am Mittelmeer erfährt, wenn er Reinhard Kleists Comic über die somalische Sportlerin Samia Yusuf Omar liest, die 2012 vor der Festung Europa ertrank. Wenn der Zeichner in Schwarzweiß dem Lebenslauf Samias folgt, dokumentarisch zumeist, aber mit fiktionalen Elementen, wie Schlüter erklärt, so scheint das dem Rezensenten prägnant und eindringlich. Die Übertragung vom Zeitungsformat (der Comic erschien zuerst in der FAZ) auf die Buchform funktioniert laut Schlüter. Der Erzählbogen umfasst die kurze Karriere der für Olympia laufenden Sportlerin, ihre Irrfahrt auf einem Flüchtlingsboot über den Sudan und Libyen nach Italien sowie Samias Kraft und Hoffnungen, schreibt er.
Als Schullektüre kann sich Katja Lüthge Reinhard Kleists Comic über die somalische Olympionikin Samia Yusuf Omar, die 2012 bei dem Versuch mit Hilfe einer Schlepperbande nach Europa zu gelangen, starb, gut vorstellen. Sie selbst zeigt sich beeindruckt von Kleists Fähigkeit, die Lebensgeschichte, die Hoffnungen und Ängste, den Lebenswillen und schließlich die strapaziöse und erniedrigende Reise der Athletin mit großer Klarheit und Empathie und ohne kitschig zu werden darzustellen.
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