Verlag Das kulturelle Gedächtnis, Berlin 2026
ISBN
9783946990888 Gebunden, 224 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Schon der anonyme Kompilator des Deutschen Schimpfwörterbuchs von 1839 wusste ganz genau: "1. Das Schimpfen erleichtert jedem das Herz. 2. Schimpfen befördert die Gesundheit. 3. Schimpfen erleichtert und befördert jede Sache. 4. Schimpfen verschafft jedem mehr Ansehen. 5. Schimpfen ist ein treffliches Schutzmittel gegen Feinde. 6. Schimpfen schlichtet gar manchen Streit."Die hohe Kunst des Schimpfens versammelt ein buntes Sammelsurium der virtuosesten, eigenartigsten, heftigsten und lustigsten Beschimpfungen, Flüche und Stoßgebete: Wir haben uns auf der Suche nach Material vornehmlich unter den begabtesten Beleidigern der deutschsprachigen Literatur umgeschaut, in spezialisierten Wörterbüchern, in vielversprechenden Druckwerken und natürlich in den herrlich reichen Regionen deutscher Dialekte, bisweilen aber auch im Ausland. Auf welche Sprachlust, welchen Reichtum, welche Phantasie sind wir gestoßen! So reicht das Buch nun von Catull und anderen Gründungshelden des antiken Schimpftums, über die galleschweren Gockel des Humanismus, von den derben Tiraden des Barock über die spitzen Gemeinheiten der Aufklärung bis schließlich in unsere Gegenwart hinein. Neben sprachworterweiternden Einzelschimpfwörtern wurden auch Berufsgruppensprachschätze, Anwendungen im Zusammenhang, die großen Schimpfer der Geschichte und Phänomene wie diplomatische Beschimpfungen, briefliche Grobianismen, Schimpfwalzen und das Schimpfen ohne Worte berücksichtigt. Herausgekommen ist eine wahre Wunderkammer des kultivierten Dampfablassens und der lustvollen Enthemmung, nicht zuletzt eine Handreichung, um den "dreyrokichten, maußköpfigen, glasaugichten, überdienstfertigen, abgefeimten Schurken" (Shakespeare/Wieland) dieser Welt stilvoll und mit muskulösem Wortschatz entgegenzutreten.
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