Das Christentum begegnet uns in unüberschaubar vielen Gestalten. Wolfgang Huber zeigt, was die zentralen Inhalte sind und wie sich rätselhaft gewordene Konzepte wie Schöpfung, Sünde, Auferstehung, Heiliger Geist oder ewiges Leben heute verstehen lassen. Eine eindrucksvoll luzide und umfassende Erklärung des Christentums auf der Höhe unserer Zeit.
Religion ist heute zu einem Service unter vielen geworden, auch das Christentum, das von Seelenmassage bis zu Streicheleinheiten vieles im Angebot hat. Aber was macht den Kern des christlichen Glaubens aus? Wolfgang Huber entdeckt ihn mit Martin Luther in der Botschaft des Evangeliums. So beginnt seine "evangelische Orientierung" mit der Frage nach den biblischen Quellen des Glaubens. Von hier aus erschließt er in einem souveränen Überblick die wesentlichen Elemente der Lehre von Glaube, Liebe und Hoffnung. Er berücksichtigt dabei die christlichen Traditionen, beschreibt ihre Transformationen durch Reformation und Aufklärung und erörtert die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen für freie und verantwortliche Christen. Seine Einführung endet mit der Frage nach den Werten Europas, für die das Christentum auch von denen in die Pflicht genommen wird, die nicht daran glauben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2017
Im Wesentlichen ist Ulrich H. J. Körtner mit Wolfgang Hubers Runderneuerung seines 2008 erschienenen Buches "Der christliche Glaube" zufrieden. Zwar mag der Titel nicht ganz passen, wendet der Kritiker ein, der hier nur wenige Ausführungen zu Fragen des christlichen Glaubens entdeckt. Dafür liefert ihm der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD jedoch nicht nur eine kenntnisreiche und verständliche Einführung in den evangelischen Glauben, sondern macht auch deutlich, weshalb die kirchliche Bindung den Glauben davor bewahrt, zur "kulturprotestantischen Chimäre" zu werden. Während Körtner Hubers erneutes Plädoyer für eine "Öffentliche Theologie" und seine Warnung, Kirche als "Moral- oder Werteagentur" misszuverstehen, mit Gewinn liest, fehlt es dem Kritiker an tiefergehenden Infragestellungen des christlichen Glaubens und des reformatorischen Erbes in der Moderne. Auch wenn der Rezensent nicht allen Ausführungen des Autors, etwa zu Luthers Judenfeindschaft, vorbehaltlos zustimmen mag, versichert er nach der Lektüre: "Profilierte" Theologen wie Huber fehlen derzeit an der Spitze der EKD.
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