Kaum ist die Garantie abgelaufen, gehen unsere Geräte kaputt. Das Display des MP3-Players spinnt, der Laptop überhitzt und schaltet ab. Doch wir können der Wegwerfgesellschaft entkommen: indem wir wieder reparieren lernen. Das schont nicht nur die Ressourcen des Planeten, es macht auch Spaß! Überall in Deutschland gibt es Repair-Cafés, in denen Menschen gemeinsam an alten Plattenspielern schrauben und aus Secondhandklamotten Designermode machen. Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums in München, setzt sich an die Spitze der Do-it-Yourself-Bewegung. Er lehrt uns die Dinge um uns herum wieder wertzuschätzen - und zeigt uns den Weg zu mehr Autonomie von der Industrie.
In seinem Buch "Die Kultur der Reparatur" erklärt der Biophysiker und Generaldirektor des Deutschen Museums das Reparieren zur kulturkritischen Tätigkeit, zum "Guerillakampf" gegen eine Wirtschaft der geplanten Obsoleszenz, berichtet Mark Spörrle, der Heckls Tüftlerenthusiasmus äußerst bewundernswert findet und nach dem Lesen auch nie mehr die Bedeutung des Reparierens für die gesellschaftliche und ganz besonders die persönliche Entwicklung unterschätzen würde - aber der Rezensent fragt sich etwas müde, wer für diese Auflehnung am Ende die Zeit hat, besonders, wenn die Hersteller und Händler dem subversiven Tüftler wirklich so viele Steine in den Weg legen, wie Heckl berichtet.
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