Wolfgang Schlüter erzählt von der Erfindung eines Instruments - und allem, was sie nach sich zog. Warum verschwindet ein deutscher Landschaftsmaler in den Schwefelsümpfen vor Neapel? Wie wird ausgerechnet ein nüchtern-erzpragmatischer Politiker wie Benjamin Franklin zum Erfinder der Glasharmonika, einem luxuriösen, raffinierten Musikinstrument, das heute beinahe vergessen ist, dessen geisterhafter Klang aber selbst Mozart zu einer Komposition inspirierte? Welche Spuren führen vom heutigen Berlin ins Königreich beider Sizilien? Und was hat die Glasharmonika mit dem Vesuv gemein?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.03.2011
Angetan zeigt sich Rezensent Hans-Jürgen Linke von Wolfgang Schlüters Roman "Die englischen Schwestern". Wer sich eine geradeaus erzählte Geschichte und eine klare Handlung erwartet, wird mit dem Buch seines Erachtens nicht viel anfangen können. Mehr Freude wird man an dem verschlungenen, vielstimmigen und perspektivenreichen Werk haben, verspricht er, begreift man es als "romantisches, offenes" Kunstwerk. Denn formal gesehen scheint ihm der Roman, in dem neben einer Vielzahl von Personen auch die Glasharmoinka eine wichtige Rolle spielt, ein einziges "Kunststück": verspielt, subtil, reich an Anspielungen und Bezügen. Nicht umsonst sieht Linke im Hintergrund Arno Schmidt thronen, dessen Technik Schlüter meisterlich beherrscht.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…