Ronald Pohls Roman "Der gewendete Handschuh" komplettiert mit dem Gedichtband "Signor Mongibello" und mit der Erzählung "Donna Malerba" (in: "Der Vaghals") eine Trilogie, in deren Zentrum der Ätna steht. Zum guten Teil werden die verwickelten Geschichten um Landadlige, Provinzhonoratioren sowie dem aus Norddeutschland zugereisten Fotografen und Brautwerber von Gloeden aus dem letzten Buch wieder aufgenommen, erzählt nun allerdings in umgestülpter Perspektive: aus der Ich-Position der ehelos gebliebenen Malerba, aus der ihres Vaters bzw. von deren Antipoden. Die Verstrickungen in Hochzeitshändel, Mitgiftjagd, Töchterschacher und "-entsorgung" bleiben ebenso undurchsichtig wie die profitable Teilhabe einiger Akteure am faschistischen Regime.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2024
Rezensent Andreas Rossmann lässt kaum ein gutes Haar an Ronald Pohls Roman, der den Abschluss einer Trilogie bildet, die um den Ätna kreist. "Abgestanden" findet der Kritiker die Geschichte um die junge Donna Malerba, die von ihrem Vater verheiratet werden soll und von verschiedensten Seiten umworben wird. So viele "Verwirrungen und Verrätselungen" gibt es hier, dass es für Rossmann sehr anstrengend, gar unmöglich ist, sie aufzuschlüsseln. Als "Adept der Moderne" will sich der Autor hier zeigen, in dem er sowohl auf eine eindeutige Erzählperspektive als auch auf Einheit des Ortes und der Zeit verzichtet, stattdessen tritt die Sprache in den Vordergrund. Diese spielt mit Neologismen, Variationen und zahlreichen Details und hat ein ordentliches Tempo, so Rossmann, sie "glitzert, rollt und grollt". Aber auch das wirkt auf Dauer etwas artifiziell und ermüdet den Rezensenten. Vielleicht müsste man die anderen zwei Bände lesen, um über diesen Roman etwas mehr Klarheit zu bekommen, überlegt der Kritiker, der ansonsten ratlos zurückbleibt.
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