Was tun Philosophen eigentlich? Und warum ist Philosophie so wichtig für uns und unsere Gesellschaft? In diesemText plädiert Bestsellerautor Wolfram Eilenberger für einen Neustart der Philosophie in dunklen Zeiten. Ein erfrischender und höchst origineller Aufruf zum unabhängigen Denken. Inmitten von Klimakatastrophen, KI-Revolutionen, politischen Umbrüchen und kultureller Orientierungslosigkeit stellt Wolfram Eilenberger die Frage nach der Aufgabe der Philosophie neu. Von Sokrates bis Foucault, von Kant bis Adorno durch die Trümmer der Nachkriegsphilosophie entfaltet er eine wirkmächtige Philosophie der Gegenwart, die sich nicht länger mit Systemen, Dogmen oder akademischer Selbstbespiegelung begnügt. Verstanden als lebendige Praxis der Geistes-Gegenwärtigkeit, bedeutet Philosophie eine kritische Selbstsorge: Sie lässt nachfragen, aufhorchen, diagnostiziert, prüft, wartet das Jetzt. So ermöglicht sie den Weg aus unserer "selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant) hin zu einem lebendigen Denken, das im Hier und Heute beginnt. Ein Wegweiser aus dem Labyrinth, in dem wir uns als westliche Zivilisation so tief verirrt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026
Rezensent Martin Seel vermutet hinter den Selbstwiderlegungsvolten im Essay von Wolfram Eilenberger eine Strategie. Auf den polemisch tönenden Abgesang auf die Philosophie und ihrer großen Synthesen folgt im Buch laut Seel die Vision einer Befreiung durch Sprache. Kontra Eilenbergers Affekt würde Seel gerne argumentatives (Selbst-)denken hinzufügen. Am Schluss aber scheint ihm der Autor den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er ein "Aufleben der Metaphysik" beschwört, einen Schulterschluss von Philosophie und Theologie, ohne allerdings konkret zu werden. Stattdessen setzt der Autor in einer abermaligen Wende auf die Mystik, stellt Seel sacht den Kopf schüttelnd fest.
Die Aufgabe heutiger Philosophie wäre es, die Gegenwart zu erfassen, meint Wolfram Eilenberger, Autor des Buchs "Die Gegenwart der Philosophie", im FR-Interview mit Michael Hesse. Die universitäre Philosophie leistet das allerdings nicht: "Man kann sagen, dass die Karrierewege der akademischen Philosophie Erziehungen zur Mutlosigkeit sind. Die Philosophie hat sich in ihren Evaluationsformen und Karrierewegen den anderen Wissenschaften angeglichen - und das hat ihr nicht gutgetan. Ein Teil dieser Mutlosigkeit äußert sich als Konformismus, als Hang zur Schulbildung und als Verengung auf Spezialfragen." Unser Resümee
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