In einer ehemaligen Klinik forscht Professor Marx an der Pille für gezieltes Vergessen (während im Stockwerk darunter an einem Mittel gegen Alzheimer gearbeitet wird). Marx bietet Marian Wechsler die Stelle eines Studienleiters zur Erprobung seiner Pille an. Worauf er noch warte, drängt seine Frau Eva, immerhin sei er Psychologe und Wissenschaftler, und auch das Geld könnten sie gut brauchen. Auf längeren, nicht ganz uneigennützigen Druck Evas stimmt Marian zu.Mit sieben Probanden geht es los. Sie wünschen nichts sehnlicher, als einen Abschnitt aus ihrem Leben endgültig hinter sich zu lassen. Als bekannt wird, dass Professor Marx schon lange an dem Wirkstoff forscht und es vor Zeiten bereits zu Auffälligkeiten gekommen ist, stellt sich die Frage, ob die Pille überhaupt auf den Markt kommen soll ...Dieser Debütroman von Yvonne Zitzmann kreist um das brisante Thema, was medizinisch und wissenschaftlich noch zu verantworten ist. Er basiert auf tatsächlich in der DDR-Zeit von westlichen Pharmakonzernen durchgeführten Forschungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2021
Rezensent Dietmar Dath findet, Yvonne Zitzmanns Figurenreigen gibt eine schöne Romantotalität ab. Der Forscher, der Migrant, die Schwangere, der Alte, der DDR-Bürger usw. Alle wollen sie von einem neuen Medikament kosten, das die Erinnerung tilgt. Für den Leser heißt das laut Dath zunächst einmal, einen Haufen Leidensgeschichten anzuhören, die das Buch als Protokolle festhält in Kindersätzen, wie Dath erklärt. Keine sehr lichte Lektüre, und die Moral der Geschichte ist böse, warnt Dath.
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