Aus dem Englischen von Tanja Handels. Jeden Montag beobachtet Fatou einen Federball, der hinter den hohen Mauern der Botschaft von Kambodscha hin und her fliegt ein scheinbar unendlich andauerndes Match. Fatou ist auf dem Weg zum Schwimmbad, wo sie jeden Montagmorgen ihre Bahnen zieht. Neben den sonntäglichen Treffen mit Andrew Okonkwo, einem bibelfesten Studenten aus Nigeria, ist dies die einzige Stunde in der Woche, die ganz ihr gehört. Den Rest der Woche arbeitet Fatou als Haushälterin bei den Derawals, kauft ein, kocht, putzt und hütet die Kinder. Nein, eine Sklavin ist Fatou nicht. Hin und wieder wird sie geschlagen, und bezahlt wird sie für ihre Arbeit nicht, das Haus aber verlässt sie regelmäßig und ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2015
Mitten ins Herz trifft Claudia Kramatschek das kleine Buch von Zadie Smith. Dafür sorgt Smith mit ihrem Stil der Andeutung und Aussparung, mit leiser Ironie und vor allem mit einem Thema, das die Rezensentin von diesem Buch als von einem Präludium zu Smiths Roman "London NW" sprechen lässt. Der dortige Abgesang auf Chancengleichheit, Mitmenschlichkeit und Multikulti klingt für Kramatschek auch aus der Geschichte der Hausangestellten Fatou, einer "modernen Sklavin".
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