Seit Wochen erhitzt die Kampagne #MeToo die Gemüter. Mitte Oktober von US-Schauspielerin Alyssa Milano ausgelöst, fordert der Hashtag Frauen auf, offen über sexuelle Belästigung und Vergewaltigung zu berichten. Seitdem haben unzählige Frauen weltweit bekannt, in der Vergangenheit sexuell drangsaliert worden zu sein. Auch Bestsellerautorin und Feministin Zana Ramadani hat bei deutschen Männern einiges erlebt - von eindeutigen Angeboten bis hin zu Übergriffen durch namhafte Politikergrößen. In ihrem neuen Buch spricht sie Klartext über den Sexismus vieler Männer, geht aber auch mit dem Aktionismus mancher #Feministinnen hart ins Gericht.
Unmissverständlich macht Zana Ramadani deutlich: "Vergewaltigung und andere sexuell motivierte Attacken müssen härter bestraft werden." Dennoch warnt sie eindringlich vor einer einseitigen Debatte zugunsten von Frauen: "Wir dürfen nicht jeden dämlichen Spruch eines senilen alten Mannes an den Pranger stellen."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2018
Rezensentin Kerstin Holm begrüßt diesen Band der CDU-Politikerin und Ex-Aktivistin des deutschen Ablegers der ukrainischen Protestgruppe "Femen". Während sich Zana Ramadani in ihrem ersten Buch muslimischen Müttern widmete, die ihre Söhne zu Machos heranzögen, rechne die Autorin nun mit der westlichen Frauenbewegung ab, erklärt die Kritikerin, die vor allem die Zwischentöne in dieser Polemik gegen "Gender-Feministinnen" lobt. Sie liest hier etwa, dass Ramadani Harvey Weinstein ebenso verurteilt, wie jene Frauen, die sich für ihre Karriere "prostituieren", stimmt der Autorin zu, wenn diese eine Unterscheidung zwischen ungeschickten Avancen und sexuellen Übergriffen von Männern fordert und erfährt von Amerikanerinnen, die offen bekunden, ihre erotische Macht über Chefs oder Professoren genossen zu haben. Wenn Ramadani von "geilen Greisen" schreibt, vermisst die Rezensentin allerdings den ansonsten souveränen Ton der Autorin.
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