Universitäten sind mehr als Einrichtungen für Bildung und Forschung. Gesellschaftspolitisch tragen sie auch Verantwortung für die Förderung von sozialer Gerechtigkeit und sozialinklusiven Strukturen. Aktuelle Hochschulreformen haben den Universitätsleitungen mehr Gestaltungsmacht verliehen. Dennoch kommt die Gleichstellung nur schleppend voran, und Anti- Diskriminierungsmaßnahmen reichen nicht aus, um Universitäten nachhaltig sozial und kulturell zu öffnen. Gründe dafür sind neben etablierten Machtstrukturen die im Rahmen wissenschaftspolitischer und hochschulreformerischer Anstrengungen vorangetriebenen Entwicklungen wie Exzellenzpolitiken, Wettbewerbsorientierung und die Deregulierung von Beschäftigung. Diese Entwicklungen tragen zu einer Zuspitzung des Kampfs um gute Arbeit und berufliche Perspektiven an Universitäten bei. Hierbei sind wieder jene Gruppen im Nachteil, die seit jeher deutlich unterrepräsentiert waren. Das Buch nimmt auf diese Entwicklungen Bezug und führt in aktuelle hochschulbezogene Debatten zu Sexismus, Klassismus und Rassismus ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2023
Die Universität ist ein ungleicher Raum, sie verstärkt Diskriminierungsformen und arbeitet ihnen zu, resümiert Rezensent Tobias Schweitzer die Hauptthese von Sabine Harks und Johanna Hofbauers Streitschrift über den heutigen Universitätsbetrieb. Dafür machen die Autorinnen laut Schweitzer besonders die "Ökonomisierung universitärer Bildung" und die Befristungspraxis im deutschsprachigen Hochschulwesen verantwortlich. Gleichzeitig schreiben sich die Universitäten Gleichstellung auf die Fahnen und richten "Diversity-Stellen" ein - bringt nur nichts, lernt der Rezensent anhand der nicht zu knapp zitierten empirischer Forschung. Enttäuscht zeigt er sich, wenn die Autorinnen die Hochschulen auffordern, sich einfach noch intensiver mit Diskriminierung auseinanderzusetzen - als Lösung der angesprochenen Probleme erscheint das Schweitzer zu simpel. An wen sich das Buch überhaupt richtet - Politik oder Hochschule - ist für Schweitzer auch nicht so ganz klar.
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