Aus dem Amerikanischen von Lauren Su Bischoff und Michael Bischoff. Wurzeln machen erfinderisch: Pflanzen überqueren Ozeane, verwandeln Licht in Leben und nehmen wahr, was uns verborgen bleibt. Sie führen ganz eigene, komplexe Sozialleben, können uns aber auch dabei helfen, die scheinbar unvermeidliche Klimakatastrophe aufzuhalten. Dass unser Planet überhaupt bewohnbar ist, verdanken wir diesen Geschöpfen, die uns zugleich vollkommen vertraut und faszinierend fremd sind. Zoë Schlanger spürt den Geheimnissen der Pflanzenwelt und der Verbundenheit alles Lebendigen nach und erzählt von den revolutionären Entdeckungen in der Botanik, die alles in Frage stellen, was wir bisher über Pflanzen zu wissen glaubten. Die leidenschaftlich geführten Debatten um ihr mögliches Bewusstsein sind Fragen nach dem Wesen der Realität selbst: Mit dem Verständnis der Pflanzen entschlüsseln wir das Wunder des Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.11.2024
Rezensent Michael Lange bereist mit Zoe Schlangers "Die Lichtwandler" das erstaunliche Reich der Pflanzen. Dabei übernimmt die Autorin weniger die Rolle einer Wegweiserin oder Führerin, als viel mehr die einer Begleiterin, denn sie selbst ist keine Expertin auf dem Gebiet, erklärt er. Statt sich Wissen anzueignen und anschließend weiter zu geben, lässt sie ihre Leserinnen und Leser teilhaben an ihrem Erkenntnisprozess: Lange besucht mit ihr diverse Wissenschaftler und Forscherinnen, hört ihnen zu, befragt sie nicht nur zu ihren Forschungsobjekten, sondern auch zu ihrem eigenen Verhältnis zu Pflanzen, und lässt sich dabei immer wieder überraschen. Dass viele Pflanzen miteinander kommunizieren und kooperieren, dass sie auf ihre Umwelt reagieren, auf Bewegungen, Berührungen, Geräusche etwa, das ist wohl den wenigsten Menschen bewusst. Doch Schlanger geht es nicht nur darum, diese Informationen zu vermitteln, sie will Bewusstsein schaffen, ein "Gefühl für Pflanzen", wie der Rezensent es ausdrückt. Bei ihm zumindest scheint ihr dies gelungen zu sein.
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