Matthias Glaubrecht

Das Ende der Evolution

Der Mensch und die Vernichtung der Arten
Cover: Das Ende der Evolution
C. Bertelsmann Verlag, München 2019
ISBN 9783570102411
Gebunden, 1072 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Der Klimawandel ist endlich in aller Munde. Doch so alarmierende Ausmaße er auch angenommen hat - er ist nur Nebenschauplatz angesichts der apokalyptischen Reiter, die in einem Akt der Verwüstung gegenwärtig über die Erde ziehen: Bevölkerungsexplosion, Ressourcenverknappung, Umweltzerstörung und Artensterben. In seiner Analyse sieht der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht mit dem sich abzeichnenden Massenexitus, dem größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier, eine weltweite biologische Tragödie auf uns zukommen. Der Mensch ist heute zum größten Raubtier und zum entscheidenden Evolutionsfaktor mutiert, der die Existenz aller Lebewesen - auch seine eigene - gefährdet. Ob das Ende der Evolution, das spätestens ab Mitte des 21. Jahrhunderts ein realistisches Szenario zu werden droht, noch aufzuhalten sein wird, darüber wird allein unser Tun in den unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnten entscheiden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.06.2020

Matthias Glaubrecht kann Rezensentin Annette Jensen eindrucksvoll darlegen, dass der zu erwartende Verlust der Biodiversität "die wahre Krise des 21. Jahrhunderts" ist. Anhand stichhaltiger Belege zeige der Autor, dass das Artensterben die Menschheit in verheerende Hungernöte treiben wird. Jensen hat gelernt, dass es eine Kontrolle des Bevölkerungswachstums und eine radikale Wirtschafts- und Agrarwende braucht, damit die Menschheit sich selbst vor einer Katastrophe bewahrt. Dass es bald zu so viel kollektiver Vernunft kommt, kann sie aber kaum glauben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2020

Rezensent Joachim Müller-Jung empfiehlt das ziegeldicke Buch des Evolutionsbiologen Matthias Glaubrecht uns allen zur Lektüre. Die Schwere des Bandes deutet der Rezensent symbolisch, denn wenn Glaubrecht gegen das Artensterben und unsere Ignoranz anschreibt, dann richtig, mit der ganzen Empirie eines Forscherlebens und sämtlichen Daten zum Ökozid. Laut Müller-Jung eine "Informationslawine", aber keine Verzweiflungstat, da der Autor sich als Naturbewunderer a la Humboldt entpuppt und seine Faszination zu teilen weiß. Wie Glaubrecht sein Thema historisch und perspektivisch angeht und es immer wieder zurückbindet an den Menschen, scheint dem Rezensenten überzeugend, auch wenn die Argumente nicht neu sind und der Autor sich des öfteren in Widersrpüche verstrickt, wie Müller-Jung feststellt.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 08.02.2020

Rezensent Michael Pilz hat sich mit drei eher ungewöhnlichen Appellen in Sachen Klimawandel auseinandergesetzt. In seiner umfangreichen Argumentation plädiert der Biodiversitätsprofessor Matthias Glaubrecht dafür, sich auf das Artensterben anstatt des Klimawandels zu fokussieren, erklärt der Kritiker. Ein solcher Fokus würde es dem Menschen ermöglichen, über internationale politische Verhandlungen Gesellschaftsstrukturen zu etablieren, die das Überleben der Arten auf der Erde sichern - einschließlich der Menschen, fasst der Kritiker Glaubrechts Hoffnungen zusammen. Ohne Perspektivwechsel erwartet Glaubrecht im Jahr 2062 hingegen den Untergang der Menschheit und der Arten, hält Pilz fest.

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