"Kaum zu fassen, wie unterschiedlich Berge betrachtet werden. Investitionsmöglichkeiten, Urlaubsregionen, Jagdgebiete, Regionen für Klettertouren zum Himmel hinauf …", notiert die Ich-Erzählerin von Bergisch in eine ihrer Mappen. Unterwegs in nicht nur freundlichen Alpengegenden sammelt sie in unterschiedlichen Hotels und Berghütten Porträts von Besuchern und den heimischen Gastgebern. Öfters ist sie auch mit Freunden unterwegs, die ihr Interesse für Speisen, Sprachen und deren topografische Zusammenhänge teilen. Sie sammeln Farben, suchen sogar nach Farblosigkeiten, und zu sechst entwickeln sie die Idee eines begehbaren Tagebuchs, um ihre Beobachtungen aufschlussreich archivieren und präsentieren zu können.Nach und nach tauchen weitere Gebirge auf, unter anderem das Uralgebirge oder etwa die Guayana-Region, und auch die Berge aus Literatur und Kunst sind mit von der Partie.In über 500 Aufzeichnungen entfaltet Zsuzsanna Gahse ein Zusammenspiel zwischen den sechs Personen und zugleich entsteht ein lebendiges Panorama der Bergwelten.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 19.10.2021
Rezensentin Sabine Peters folgt gerne den Gedanken der Ich-Erzählerin in Zsuzsanna Gahses Buch "Bergisch teils farblos". Die mittlerweile 75-jährige Schriftstellerin, die für ihre besondere Sprache bekannt sei, schreibt darin aus der Perspektive einer bergtourenden und skeptischen Ich-Erzählerin vom Gebirge und dem Umgang der Menschen mit diesen Naturgiganten, informiert die Rezensentin. Die Sprache der Autorin findet Peters nicht nur im besten Sinne jugendlich, sie erinnert die Rezensentin mit ihrer Ganzheitlichkeit auch an ein kubistisches Gemälde. Das ist amüsante, fragile und leichte Prosa, die das Talent dieser Autorin deutlich macht, ohne die Lektüre steif wirken zu lassen, resümiert Peters.
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