Zsuzsanna Gahse

Schon bald

Cover: Schon bald
Edition Korrespondenzen, Wien 2019
ISBN 9783902951434
Gebunden, 144 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Ein Aufbruch zu etwas Neuem steht an. Die Wohnung wird ausgeräumt und entrümpelt, nur die wirklich unentbehrlichen Dinge werden von der Erzählerin behalten: der Schreibtisch, die Füllersammlung, der alte und neue Schreibstuhl, ein paar schwarze Stühle, etwas Geschirr. Im fast leeren Raum werden sie samt ihrer Geschichte wieder neu sichtbar. Die Flucht der drei hintereinanderliegenden leeren Zimmer wird zum Wohnzimmertheater: Publikumsraum, Bühne, Backstage. Bald soll hier Theater gespielt werden. Kurze Szenen mit unterschiedlichen Charakteren werden geplant und geprobt, Szenen, die den Schauspielern auf der Bühne Raum zur Improvisation lassen. Relativ spontanes freies Theater nennt die Erzählerin diese offene Form. Die Schauspieler üben, wie spontanes Spiel natürlich und kunstvoll wirken kann, jenseits von übertriebener Gestik und Stimmführung. Und dann ist er da, der Tag der Premiere.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.01.2020

Manuela Reichart unterhält sich gut mit Zsusanna Gahses nur schwer einer bestimmten Gattung zuzuordnendem Text. Wie Gahse von einem alten Ehepaar erzählt, das seine Wohnung räumen muss und nun mit Fragen des Abschieds und der Erinnerung konfrontiert ist, aber auch mit einem Neubeginn, das scheint Reichart zwischen Fantastik und Realismus zu schwanken. Woran hängt das Herz? Der Frage geht der Band auf wunderbare, mal surreale, mal komische Weise nach, erklärt die Rezensentin.


Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2019

Tilman Spreckelsen bewundert, wie Zsuzsanne Gahse in ihrem Roman von der Verwandlung eines Paarlebens erzählt. Das Leeren einer Wohnung führt im Buch laut Spreckelsen zum Sichten des Angehäuften wie zum Abstoßen und Neubeginnen - ein Thema der Autorin auch in ihren anderen Büchern, weiß Spreckelsen. Vor allem Gahses Sprache, die laut Rezensent das Beschriebene mit "ruhiger Sicherheit" zum Leuchten bringt, scheint Spreckelsen gefangen zu nehmen, auch oder gerade weil die Autorin damit die romantische Tradition der Materialisierung flüchtiger Dinge betreibt, wie der Rezensent feststellt.
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