9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Wissenschaft

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.02.2016 - Wissenschaft

Gentechnik könnte helfen, die Mücken, die Zika übertragen, auszurotten, meint Thilo Spahl bei den Kolumnisten: "Skrupel, Aedes aegypti in Lateinamerika auszurotten, sind schon gar nicht angebracht, denn die Mücke ist dort noch nicht einmal heimisch, sondern wurde von Menschen eingeschleppt. Sie jetzt wieder loszuwerden würde keine Lücke in irgendwelche Ökosysteme reißen. Tatsächlich war der größte Teil Südamerikas in den 1970er Jahren dank konsequenter Bekämpfung mit DDT schon einmal frei von Aedes aegypti. Es gibt genug andere Mücken. Auf eine, die gleich drei schwere Krankheiten auf Menschen überträgt, kann man gerne verzichten."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.02.2016 - Wissenschaft

Der Physiker Marco Wehr schimpft in der FAZ über Daten- und Netzeuphoriker, die in Magazinen wie Wired wissenschaftliche Methoden herunterreden: "Nicht nur die Theorie wird gemeuchelt, auch dem ehrwürdigen Experiment, der tragenden Säule wissenschaftlicher Erkenntnis, geht es an den Kragen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.02.2016 - Wissenschaft

"Die Kenntnis der Hirnanatomie zerstört den Glauben komplett", erklärt in einem sehr schönen Interview mit der FR der britische Neurochirurg Henry Marsh, "wenn Teile des Gehirns, insbesondere in der Front, zerstört werden, gehen auch unsere sozialen Fähigkeiten und unsere Moralvorstellungen zugrunde. Wir sind, was unser Gehirn ist - und wenn unser Gehirn stirbt, sterben wir. .... Dieses Wissen nimmt uns zwar den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Aber es wertet die Materie auf. Denn die Wissenschaft kann nicht ansatzweise erklären, wie Bewusstsein entsteht. Wir wissen es einfach nicht. Das heißt nicht, dass ich an etwas Mystisches glaube, es heißt nur, dass wir Materie noch nicht komplett verstehen. Wenn man sich die Quantenmechanik anschaut, dann ist die Welt auf dem Quantenlevel wirklich seltsam und verrückt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.01.2016 - Wissenschaft

Grundsätzliche Gedanken macht sich Elisabeth André, Inhaberin des Lehrstuhls Human Centered Multimedia an der Universität Augsburg, in der SZ über die Beseelung von Maschinen: "Die Exposition von Emotionen kann dazu beitragen, einen Roboter natürlicher erscheinen zu lassen. Aber haben sie auch Einfluss auf unser eigenes emotionales Verhalten? Zunächst ist festzuhalten, dass eine möglichst realistische Nachbildung nicht unbedingt zielführend ist. Häufig wird bei einer allzu großen, aber dennoch nicht perfekten Ähnlichkeit zu Menschen ein Bereich, das sogenannte 'Unheimliche Tal' ('Uncanny Valley'), beschritten, in dem eine künstliche Kreatur eher zombieartig erscheint und Unbehagen erzeugt."
Stichwörter: Roboter, Robotik

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.01.2016 - Wissenschaft

Uwe Justus Wenzel berichtet in der NZZ von einer Freiburger Tagung zu Heidegger und seinem Denken "im Zwielicht der Zweideutigkeit" in Freiburg: "Die Frage, die, ausgesprochen oder nicht, das Gravitationszentrum einer differenzierenden Heidegger-Interpretation bildet, lautet: Worin unterscheidet sich Philosophie von einer Weltanschauung oder einer Ideologie?"

Der amerikanische Astronaut Scott Kelly hat auf der Raumstation ISS die erste Blume gezüchtet, eine orangefarbene Zinnie, meldet Heise. "Die nun frisch erblühte Zinnie sei zwar nicht perfekt gewachsen, aber das Experiment habe trotzdem wertvolle Erkenntnisse über Pflanzen im All geliefert, teilte Nasa-Veggie-Expertin Gioia Massa mit. So sei die Zinnie ein gutes Lehrstück, um etwa den Anbau von Tomatenpflanzen vorzubereiten."


Stichwörter: ISS, Heidegger, Martin, Nasa, Pflanzen