Eine neue biochemische Technik, erfunden von Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, erlaubt es mit einfachen Methoden, gezielt
Gene zu verändern,
erläutert reichlich besorgt der Biologe Bernhard Kegel in der
NZZ. Bei bestimmten Erbkrankheiten kann das zwar ein Segen sein, aber am Ende kann es auch zu maßgeschneiderten Kindern führen: "Schon erhalten die Forscher Briefe von Trägerinnen des gleichen
Brustkrebs-Risikogens, das die Filmschauspielerin Angelina Jolie veranlasste, sich vorbeugend beide Brüste entfernen zu lassen. Junge Frauen fragen, ob und wann die Crispr-Technik verhindern könnte, dass sie diesen Gendefekt
an ihre Kinder weitergeben. In nicht allzu ferner Zukunft werden Menschen vor der Situation stehen, die Risiken eines derartigen Eingriffs ins Genom ihrer Kinder und Kindeskinder und das Risiko einer Erkrankung gegeneinander abzuwägen." (Mehr dazu in der
Boston Review, bei
Wired und in der
NYT)
Im Interview mit Melissa Dinsman von der
Los Angeles Review of Books spricht der Literaturwissenschaftler und Pionier der "Digital Humanities"
Franco Moretti über Chancen und Risiken der Digitalisierung in den Geisteswissenschaften und sagt auch einige Allgemeinheiten über Geisteswissenschaften in Amerika: Sie "werden sich selber retten müssen, nicht nur, weil es
unanständig viel Geld kostet, an die Universität zu gehen, so dass Studenten Business-Studiengänge, Medizin, Wirtschaft und so weiter belegen, um das Geld so schnell wie möglich zurückzuholen. Das ist nicht der einzige Grund, auch wenn er nicht zu vernachlässigen ist. Im 20. Jahrhundert haben Naturwissenschaften verblüffende und schöne Theorien in der Physik, Genetik und Biologie geschaffen. Die Geisteswissenschaften haben
nichts dergleichen produziert. Literatur, Kunst, politische Geschichte (in düsterster Weise, gewiss) haben extrem interessante Objekte geschaffen, aber das Studium dieser Objekte hinkt hinterher."