Aus dem Französischen von Margaret Millischer. Dreißig Afrikaner, Frauen, Männer, Jugendliche, die aus verschiedenen Dörfern im Landesinneren Senegals kommen und noch nie das Meer gesehen haben, wollen aus dem afrikanischen Elend auf die Kanarischen Inseln und nach Europa fliehen. Sie verabschieden sich von ihren Familien und stehen dann nach einer langen Busfahrt ängstlich am Strand, beobachten das Meer und sehen zum ersten Mal auch das Schiff, eine Piroge, die dem Fischer Baye Laye gehört. Während der langen Überfahrt, auf der sie sich langsam kennenlernen, steigern sie sich bei zunächst gutem Wetter in unglaubliche Erwartungen, was ihre Zukunft in Europa betrifft. Doch es zieht ein fürchterlichen Sturm herauf, sie verlieren den Fischer, ihren Kapitän, und das Boot wird schwer beschädigt. Sie sind verzweifelt, aber da naht ein Schiff.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2014
Mit Abasse Nidones Roman "Die Piroge" hat Rezensent Ulrich Baron ein kluges Buch über senegalische Flüchtlinge gelesen. Bewundernd stellt der Kritiker fest, dass es dem Autor gelingt, nicht einfach von der Flucht vierzig junger Leute aus dem Senegal zu erzählen, sondern insbesondere in verschiedenen Passagen ihre Hoffnungen und Sehnsüchte zu schildern. Und so liest Baron gebannt, wie die Passagiere des Schiffes von Villen, Autos und einem besseren Leben träumen, neidisch auf alle jene sind, die es bereits geschafft haben und die Ungleichheit immer weiter vorantreiben. Einzig das Nachwort, das alle Hoffnung in eine Liberalisierung der europäischen Einwanderungspolitik setzt, erscheint dem Kritiker ein wenig "naiv".
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