Herausgegeben von Al Imfeld. Afrikas Menschen möchten aus dem kolonial hinterlassenen Schlamassel heraus. Gedichte dienen als Brücken. Brauchte es einst im chaotischen Mittelalter im Abendland einen Christophorus als Sinn- und Vorbild, so helfen im heutigen Afrika das Gedicht sowie Bilder, Symbole und Zeichen. Das heutige Afrika drückt sich sowohl zaghaft als auch frech in Gedichten aus. Sie sind die neue Schrift des Kontinents. Diese Sammlung enthält Gedichte, die zwischen 1960 und heute entstanden sind. Sie stammen aus allen Regionen zwischen Südafrika und Ägypten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2015
Angela Schader hat ein Buch anzupreisen, dessen Editionsgeschichte nach 15 Jahren mit diesem Band und seinen 570 Gedichten afrikanischer Autoren an ein großartiges Ende kommt, wie sie findet. Was der Schweizer Afrikanist Al Imfeld und die Übersetzer hier geleistet haben, vermag Schader nur in Ansätzen überhaupt zu ermessen. Für sie bietet der Band jedenfalls eine "erratische" Fülle an Material, weitgehend geografisch geordnet, ihr staatlich verfolgte Dichter vorstellend, aber auch Texte, die einem Gaddafi huldigen. Dass der Band auch eine Art Ideengeschichte des modernen Afrika enthält und die Gedichte in Einheiten eingeteilt und mit Einführungen versehen sind, hilft der Rezensentin beim nicht immer leichten Verständnis. Über die Qualität der Texte möchte Schader nur so viel sagen: Subtiles, äußerst Bildstarkes steht neben durchaus platten Versen (zum Genozid in Ruanda). Jammern auf hohem Niveau, nennt die Rezensentin das jedoch, über einen insgesamt hier versammelten einmaligen Reichtum an Stimmen.
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