Aus dem Englischen von Hans Erik Hausner. Jeder kennt die skurrile, aber stets freundliche Miss Marple und den exzentrisch-pedantischen Poirot, jeder kennt den Namen ihrer Schöpferin Agatha Christie, doch wer war der Mensch hinter der Schreibmaschine? Zu Lebzeiten öffentlichkeitsscheu, gab Agatha Christie keine Interviews und verriet nichts über ihr Privatleben. Erst posthum brach die Queen of Crime ihr Schweigen. Ein Jahr nach ihrem Tod wurde ihre Autobiografie veröffentlicht, in der sie von ihrer Kindheit, von zwei Ehen und zwei Weltkriegen erzählte, von ihrem Leben als Autorin und von den archäologischen Expeditionen ihres zweiten Ehemannes Max Mallowan.
Ihre Autobiografie, die ebenso auch eine Chronik Englands und des 20. Jahrhunderts ist, zeigt eine Frau voller Lebenslust und Charme und verrät, welche Genialität ihrem Erfolg zugrunde liegt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2017
Wer die dunklen Seiten von Agatha Christie kennenlernen will, muss zu ihren Krimis greifen, meint Rezensentin Gina Thomas. Denn auch wenn Christie, die ihren Vater im Alter von elf Jahren verlor, unter den Geldsorgen und Neurosen ihrer Mutter litt oder nach dem Scheidungsgesuch ihres Mannes für elf Tage spurlos verschwand, einiges zu erzählen hätte, belässt es die Autorin in ihrer über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren entstandenen Autobiografie überwiegend bei "platten" Plaudereien über Familie, Freunde, Häuser, Hausangestellte und Reisen, erzählt die Kritikerin. Dass der deutsche Verlag einfach das bereits auf einer CD erschienene Vorwort von Christies Enkel übernimmt, findet Thomas enttäuschend.
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