Als ihre Schäferin Rebecca urplötzlich die Europareise abbricht und die Herde rund um Miss Maple zurück in irische Gefilde führt, sind die Schafe zunächst optimistisch wie Frühlingslämmer. Denn wo könnte es schöner sein als auf der Heimatweide? Auch der jüngste Zuwachs ist gespannt - Madouc, offiziell Ziege, inoffiziell "Schaf auf Probe", hofft auf viele neue Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Schafe. Kaum dort angekommen, ist das Bedauern jedoch groß: Die geliebte Weide ist gar nicht mehr so schön, wie sie es in der Erinnerung war, und obendrein haben drei fremde Schafe mit seltsamen Namen alle Lieblingskräuter weggeknabbert. Als wäre das nicht schon genug, ist Rebecca plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Zurückgeblieben ist nur ein einzelner Finger (kein guter Anfang) und ein geheimnisvoller Brief, aus dem sich die Schafe mangels Vorlesemenschen keinen Reim machen können. Die Herde befürchtet das Schlimmste. Es ist völlig klar: Sie müssen ihre verschollene Hirtin retten. Unversehens finden sie sich in einem Familiendrama wieder, und einmal mehr zeigt sich: Alles ist zu meistern - man braucht nur genügend Wollensstärke!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.04.2026
Ob Schafe intellektuell wirklich in der Lage sind, Kriminalfälle zu lösen, sei mal dahingestellt, meint Rezensentin Sylvia Staude, aber vielleicht sind sie den Menschen darin auch gar nicht so unähnlich, wie sich im nun schon dritten Band von Leonie Swann lesen lässt. Die Schafherde ist nach einem vorherigen Abenteuer in Frankreich heimwehkrank zur irischen Weide und kehrt zurück, der Cousin ihrer Hirtin Rebecca benutzt die Tiere als Drogenkuriere, sie wird entführt, ihrem Bruder wird ein Finger abgehackt, resümiert Staude. Die Schafe sind ihm auf den Fersen. Für sie ist es ganz charmant, wie sich Swann über Schafe und Menschen gleichermaßen lustig macht, die einen heitern sich mit dem Grasen auf der Weide auf, die anderen grasen die Whiskeyregale ab, die Tiere sind dabei "manchmal geradezu philosophisch" unterwegs und wissen, dass sich der Mensch viele seiner Probleme selbst schafft. Dass eine dahergelaufene Ziege aber trotzdem cleverer ist als mancher Mensch, passt der Rezensentin zufolge gut in dieses sympathische Buch.
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