Aus dem Ungarischen übersetzt von Christina Kunze. Der Zusammenbruch des Kommunismus kommt für Anna Lévay zu spät. Die verwitwete Lehrerin am Gymnasium einer Kleinstadt am Plattensee kann mit der von ihren ungarischen Landsleuten lange ersehnten Freiheit eigentlich nicht mehr viel anfangen. Für die jungen Leute mag die Zukunft ja rosig ausschauen, aber bei einer älteren, alleinstehenden Frau lösen die Veränderungen nur Existenzängste aus. Doch das Leben hält immer Überraschungen bereit. Eines Abends bemerkt Anna eine seltsame, mit den Händen greifbare Lichterscheinung um ihren Kopf. Erst ist die Lehrerin verwirrt und versucht herauszufinden, was genau da gespenstisch leuchtet, aber es gibt keinen Zweifel: Es ist ein Heiligenschein! Anna kann es kaum fassen, zumal sie eine überzeugte Atheistin ist...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2002
Diese "Gratwanderung zwischen Realität und aberwitziger Groteske" findet Christina Zink "erstaunlich gut gelungen", und sie schwärmt von den "reizvollen und ansteckenden" Ideen der Autorin, die in einem kleinen ungarischen Dörfchen plötzlich lauter Wunder geschehen lässt - ausgelöst durch eine "Heilige wider Willen". Die Beispiele, die Zink anführt, geben einen Eindruck davon, dass es sich um ein amüsantes Werk handeln muss, das dabei nie ins Lächerliche umschlägt. Etwas hat die Rezensentin aber dennoch zu bemängeln: Von den "Übeln der neuen Zeit" im postkommunistischen Ungarn werde oft in einem "unangenehm belehrenden Ton" berichtet, schreibt sie.
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