Bearbeitet vonThomas Schulte-Umberg. Die Kommission für Zeitgeschichte setzt mit den "Akten deutscher Bischöfe seit 1945" die Reihe ihrer Editionen über das Dritte Reich hinaus fort und beginnt mit der wissenschaftlichen Dokumentation der Zeitgeschichtsepoche "nach der Katastrophe".Die Teilung Deutschlands bis 1990 bestimmte Denken und Handeln des deutschen Episkopats in der Bundesrepublik wie in der DDR. Gezwungenermaßen verliefen die Entwicklungen in der Kirche in Ost- und Westdeutschland getrennt voneinander. Die neue Edition dokumentiert deshalb das kirchliche Leben parallel für die Bundesrepublik und die DDR. Die je besonderen kirchenpolitischen und seelsorglichen Herausforderungen und Umstände werden auf diese Weise angemessen berücksichtigt. Geplant sind zunächst je drei Bände: Die bischöflichen Akten für den westdeutschen Kernstaat von 1945 bis 1955, die ostdeutschen Bischofsakten für den Zeitraum von der sowjetischen Besatzung bis zum Mauerbau 1961. Thomas Schulte-Umbergs Band eröffnet die Edition. Er dokumentiert die Amtsjahre von Julius Kardinal Döpfner als Bischof von Berlin zwischen 1957 und 1961, eine Zeit starker politischer Spannungen, die in der Berlinkrise seit 1958 und dem Mauerbau 1961 ihren dramatischen Höhepunkt fanden und massive Auswirkungen auf die kirchlichen Wirkungsmöglichkeiten, namentlich im geteilten Berlin, hatten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2007
Rezensent Peter Jochen Winters beschränkt sich in seiner Besprechung dieser Aktensammlung zu Julius Kardinal Döpfner darauf, Eckdaten und wichtige Ereignisse zu rekapitulieren. Döpfner war von 1957 bis 1961 Bischof von West- und Ost-Berlin und in seiner Amtszeit vor allem darum bemüht, die sich abzeichnende Spaltung des Bistums abzuwenden und die Position der Kirche im SED-Staat aufrechtzuerhalten. Aus der Besprechung lässt sich erahnen, dass der Band vor allem ein fachlich interessiertes Publikum bedient. Genaueres zur Aufarbeitung der Dokumente erfahren wir nicht. Dem Rezensenten haben sie allerdings "tiefe Einblicke" gewährt, und so lobt er den Band als Beitrag zur Aufarbeitung von Kirchen- und DDR-Geschichte.
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