Der Autor verfolgt das Verhältnis der modernen Geschichtswissenschaft zu einer vormodernen Lebensform wie der der Religion von den Anfängen moderner Geschichtstheorie in der Aufklärung bis zur Postmoderne. Es zeigt sich, dass die moderne Geschichtswissenschaft ihre Haltung zur weltgeschichtlichen Rolle von Wissenschaft und Religion permanent revidiert hat. Im Anschluss an die postmoderne Kritik werden die verschiedenen Deutungen des Gegensatzes von Papsttum und Aufklärung nach ihrem Verhältnis zu der politischen Auseinandersetzung um die Rolle von Wissenschaft und Religion in der Gesellschaft befragt. Die Geschichten von Papsttum und Aufklärung werden mit dem Instrumentarium der Erzählforschung untersucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2002
Thomas Brechenmacher erklärt zunächst, was er unter einem "aufklärungsresistenten Sachverhalt" versteht. Zum Beispiel den katholischen Kirchenstaat, überhaupt das Papsttum, das allen Unkenrufen der Fortschrittsideologen zum Trotz noch immer existent sei. Für Brechenmacher stellt darum die Dissertation von Veit Elm ein sehr lobenswertes Unterfangen dar, das sich unter Heranziehung vor allem von italienischen Quellen und lokaler Geschichtsforschung um die Aufarbeitung dieses Widerspruchs bemüht. Elm kommt zu dem für Brechenmacher keineswegs erstaunlichen Ergebnis, dass auch die "Fortschrittsgeschichtsschreibung" tief in die eigene Zeit verstrickt war und auf irrationale Erklärungsmuster nicht verzichten konnte. Abgesehen von dem mehr als üppig geratenen Fußnotenapparat hat Brechenmacher an Elms Studie nicht viel auszusetzen - ihm fehlt höchstens eine nachdrücklichere Auseinandersetzung mit dem Kirchenhistoriker Ranke und anderen Vertretern des Historismus, die mit ihrem beschränkten Konzept nach Brechenmacher eher in der Lage waren, Geschichte zu beschreiben, statt "zu dozieren, wie Geschichte sein sollte".
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