Herausgegeben von Rolf Steininger. Die UNO beschließt im Oktober 1960 eine Resolution, in der Österreich und Italien zu Verhandlungen aufgefordert werden. Diese Verhandlungen scheitern in der ersten Hälfte 1961, da beide Seiten auf ihren Standpunkten beharren. Inzwischen gibt es die ersten Attentate und im Juni 1961 die "Feuernacht" mit dem Ziel: Abbruch der Verhandlungen und dann Forderung nach Selbstbestimmung. Der Sommer 1961 wird zu Krise und Wendepunkt. Die Italiener, die erschreckend gut über die Interna der SVP informiert sind, reagieren brutal und geschickt zugleich: Die Attentäter werden verhaftet und misshandelt - gleichzeitig bietet Rom aus taktischen Gründen der SVP das inneritalienische Gespräch an - daraus wird dann die 19er-Kommission -, während Wien auf Druck der (Süd)Tiroler erneut vor die UNO geht. Das geht einher mit der größten Krise der SVP: Die Gruppe "Aufbau" wendet sich gegen die Extremisten in der eigenen Partei und will eine neue Politik. 1961 ist in der Tat das Jahr und gleichzeitig Höhepunkt der Südtirolpolitik nach 1945.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2008
Reinhard Olt begrüßt den nun vorliegenden dritten Band der von Rolf Steininger herausgegebenen "maßgeblichen" Aktenedition zur Südtirol-Politik, der sich dem Jahr 1961 widmet. Er findet darin 424 Dokumente aufbereitet, die der Zeithistoriker aus neunzehn nationalen und internationalen Archiven zusammengetragen und "akribisch" ediert hat. Sie vermitteln für ihn ein präzises Bild der Situation dieses "Krisenjahrs" und liefern Antworten auf entscheidende Fragen der Südtirol-Politik seit 1945 und ihrer Fortentwicklung.
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