Albrecht Koschorke

Souveränität der Vernunft

Die kulturellen Anfänge des Liberalismus
Cover: Souveränität der Vernunft
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518300978
Broschiert, 168 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Die frühen Liberalen waren Enthusiasten. Sie sahen sich als Bannerträger der Freiheit, des Fortschritts und einer vernunftgemäßen Staatsordnung an. Der Forderung nach unbeschränkter Volksherrschaft standen sie mit Argwohn gegenüber. Stattdessen kämpften sie für ein System politischer Stellvertretung, in dem gebildete und weitblickende Repräsentanten den Willen des Volkes verkörpern sollten. Aus diesem Idealbild gingen die Institutionen des modernen Rechtsstaates hervor. Welche kulturellen Voraussetzungen flossen in sie ein? Was davon hat noch Bestand? In seiner faszinierenden Kulturgeschichte des Frühliberalismus geht Albrecht Koschorke der auch heute wieder drängenden Frage nach, wie sich kollektives Handeln auf Rationalität und Zukunftsfähigkeit hin orientieren kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2026

Rezensent Oliver Weber findet die Empfehlung am Schluss des Bandes, an den Forderungen des klassischen Liberalismus festzuhalten, etwas hilflos. Schließlich setzt ihm Albrecht Koschorke in seinem Buch zunächst überzeugend auseinander, dass die gesellschaftlichen und ökonomischen Voraussetzungen des Liberalismus perdu sind. Dass der Autor dafür tief in die (Kultur-)Geschichte zurücksteigt, hält Weber für den richtigen Ansatz bei der Erforschung des Liberalismus und seiner heutigen Relevanz. So lässt sich etwa erkennen, dass der Liberalismus einmal ein "entschieden utopisches" Unterfangen war oder auch, dass frühe Liberale Bedenken teilten, die heute wohl dem rechten Spektrum zuzurechnen wären.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.05.2026

Rezensentin Catherine Newmark bekommt beim Germanisten und Kulturhistoriker Albrecht Koschorke zwar keine Lösungen angeboten für ein Ende der Krise des Liberalismus, dafür vermittelt ihr der Autor aber überzeugende Einblicke in die Struktur und die Ursprünge heutiger Probleme. Koschorke nimmt die Rezensentin mit zu den Anfängen des Liberalismus im 19. Jahrhundert und erörtert frühe Widersprüche und Spannungen und kann zeigen, dass Ideale und Realitäten des Liberalismus von jeher auseinanderklafften. Für Newmark ein Augenöffner etwa im Hinblick auf die Reibungen zwischen Freiheit und Gleichheit auch der Gegenwart, auf die der Autor am Schluss des Buches eingehe.

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