Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2026
ISBN
9783455021585 Gebunden, 592 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Weimar: Heimat der deutschen Hochkultur und Epizentrum der Nazi-Barbarei. Wie kein anderer Ort im Land steht Weimar für Licht und Dunkelheit, für das Trauma des 20. Jahrhunderts, das Scheitern der Demokratie. Die Historikerin Katja Hoyer erzählt die Geschichte und die Geschichten der Menschen von Weimar - der berühmten und der unbekannten - und zeigt, wie individuelle und gemeinschaftliche Entscheidungen eine Demokratie aufrechterhalten, aber auch zerstören können.
Weimar war eine frühe NS-Hochburg, lernt Rezensent Marc Reichwein aus Katja Hoyers neuem Buch, das in einem journalistischen Stil vom Schicksal der Stadt zwischen 1919 und 1939 erzählt. Im "Wimmelbild-Verfahren" greift sie einzelne Episoden heraus, um ein umfassendes Bild zu zeichnen, beispielsweise Thomas Manns Besuch 1932, der sich wunderte, wie nazistisch die Stadt bereits war, auch von der Freundschaft zwischen der politisch konträren Elisabeth Förster-Nietzsche und Harry Graf Kessler liest Reichwein. Ihm gefällt die reiche, präzise Quellenarbeit, die Hoyer vorlegt: So werden Figuren wie die jüdische Hotelierin Rosa Schmidt greifbar, deren Herkunft erst 1944 enttarnt wurde. Ein Buch, das die "gesellschaftsweite Alltäglichkeit von Verstrickungen" zeigt, wie er resümiert.
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